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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Der Apostel Paulus.

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Saulus gemacht und ihm die Frage nahe gelegt, ob nicht die Zeitgekommen sei, von der die Propheten geweissagt hatten, daß alle Völkerden in Israel geoffenbarten Gott anerkennen werden, daß vor ihm sichjedes Knie beugen, bei ihm jede Znnge schwören werde. Beschäftigteihn diese Frage, so mußte er auch den sich daran haftenden Zweifelüberwinden. Wird es denn möglich sein, bei aller Geneigtheit vielerHeiden zum Jndcntnme, die ganze Heidenwelt zu bekehren, wenn fürsie das Gesetz verbindlich gemacht, wenn ihnen aufgelegt werden sollte,Sabbat und Feiertage zn beobachten, die Speisegesetze zu erfüllen,Reines vom Unreinen zu unterscheiden und gar sich der Beschneiduugzu unterziehen? Sollen die Heiden gar zur strengen Erfüllung derpharisäischen Erschwerungen angehalten werden? Dann könnte derEintritt der Völker in die Lebensgemeinschaft des Judentums unmög-lich erfolgen. Auf der andern Seite: soll das Gesetz um der Heidenwillen aufgehoben unv ihnen nur die Gotteserkenntnis und die höhereSittlichkeit beigebracht werden? Das ganze Gesetz stammte ja vonGott, der es offenbart und zu deren Erfüllung eindringlich ermahnthat! Wie sollte es aufgehoben werden? Da mochte sich Sauluseines Ansspruches seiner Lehrer erinnert haben, daß das Gesetz nurbis zur Zeit des Messias eine erziehliche Bedeutung und Geltunghabe, daß eben, sobald der Erlöser erschienen sei, dessen Verbindlich-keit von selbst aufhöre ff. Erschiene der Messias, oder wäre er er-schienen, so wäre das Hindernis für Gewinnung der Heiden beseitigt.Ist er vielleicht erschienen? Ist vielleicht Jesus wirklich der Messiasgewesen? Dieser Gedankengang beschäftigte Saulus aufs tiefste.Sein nervös krankhafter Zustand und sein phantastischer Sinn halfenihm über den Zweifel hinweg. Er glaubte steif und fest, daß Jesusihm erschienen sei 2). Viel später sagte er selbst von dieser ihm ge-wordenen Erscheinung:Ob es leiblich gewesen? ich weiß es nicht,ist es außerleiblich gewesen? ich weiß es nicht. Gott weiß es; ichwurde bis in den dritten Himmel entrückt ff, ein nicht sehr glaub-würdiges Zeugnis für einen tatsächlichen Vorgang. Die spätere Zeitwußte diese Erscheinung glaubwürdiger zu gestalten. Die Sage

ff Vergl. ^iclila n 61 b: 822 i'i '-2 1,222 Milraseb zu Aisebls e. 9:0'11->21 21' g8 1218 -1 . ,1^> ^ 2"1,->1 >!2'I (.821 22l>'ff 1^22 111' 2'1>'1121 i>21222,222 1 N .8 (So die L.-A. Lesiizi. kau-.-liierst dio. 93). Auch in einemanderen Midrasch heißt es, ,11222 11212,1 i >2 822 1 - 152 ; das will doch nichts anderessagen, als daß in der zukünftigen Zeit, d, h. in der Messiaszeit, sämtlicheGesetze von selbst aufhören. Das meinte Paulus unbedingt mit den'Worten

ff I. Äorinthbr, 9, I; 15,

ff II. Korinthbr, 12, 2.