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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Philos Philosophie.

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kann kein Lasterhafter Prophet werden; nur der wahre Weise ist würdigals göttliches Organ zu dienen*). Da nun Mose, der größte allerPropheten, Freund und Liebling der Gottheit war, so ist er am vor-züglichsten gewürdigt worden, die O f f c n b a r u » g und den WillenGottes zu vernehmen. Diese Offenbarung ist in den von Moseniedergeschriebenen Büchern über die Weltschöpfung, die Geschichte unddie Gesetze niedergelegt, die eben dadurch den Stempel des Göttlichenan sich tragen 2).

Durch diese Gedankenreihe glaubte Philo Judentum und griechischeWeltanschauung zur Versöhnung gebracht zu haben. Indessen wardiese Versöhnung keineswegs so innig, um den Widerstreit auszugleichen;die Unverträglichkeit beider war durch diese Auffassungsweise nur ver-deckt, nicht aufgehoben. Es war der philonischen Zeit noch nichtmöglich, das Grnndwesen des Judentums und ebensowenig das desGriechentums in aller Schärfe zu erkennen; darum kamen in derselbennur die springenden Punkte beider in Betracht, die übrigen, nichtminder wesentlichen Seiten wurden gar nicht mit hineingezogen. Dasphilonische System ist daher mangelhaft und schwankend. Allein beialler Mangelhaftigkeit und Schwäche entwickelt es doch eine so spru-delnde und tiefe Gedankenfülle, daß es nachfolgenden Denkern reichenStoff für ihren Geist darbot. Einige Vorstellungen des philonischenSystems fanden besonders, eben weil sie neu und eigentümlich waren,eine günstige Aufnahme und wirkten in größern Kreisen, besondersdie Lehre von dem zwischen Gott und der Welt vermittelnden Urbildalles Erschaffenen (Logos), von der Überweltlichkeit Gottes und vonseiner Erkenntnisweise durch Seelenverzückung. Die Logoslehre be-nutzte das junge Christentum, um seinem Wesen ein philosophischesGepräge zu geben. Der letzte Sproß, den die griechische Philosophieunter der Form des Nenplatonismus trieb, baute ein neues Systemauf einigen dem philonischen Gedankenkreise entlehnten Ideen. Philowurde solchergestalt auch, ohne es zu wollen, der Stammvater einer mysti-schen Weltanschauung, die auf vielfachen Umwegen und Krümmungenzum Jndentume zurückkehrte und unter mannigfacher Wandlung dieKabbala erzeugte.

Als wollte Philo selbst gegen die mystischen Wahngebilde, dieman ans seinen hingeworfenen Äußerungen ziehen könnte, mit allerKraft protestieren, stellte er gleich im Eingänge zu seiner philosophischenSchriftanslegung die Grnndlehren des Judentums unzweideutig und

*) Philo huis rsrnm äivinainm bsres Z 53, LI. I, 511; äs Llonareläa I,' I,LI. II, 222 f. äs 8xseialibn8 lsglbus Z 8, LI. II, 307.

2) Das. äs äsoaloZo H 5, LI. II. 183.