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Geschichte der Juden.
gewissermaßen nüchtern zusammen. In der Darstellung der Welt-schöpfung habe Mose fünf vortreffliche Punkte gelehrt: Zunächst daßes einen Gott gebe gegenüber den Zweiflern und Gottesleugnern; so-dann die Einzigkeit dieses Gottes gegenüber denen, welche die Zwie-tracht auf Erden auch in den Himmel verlegen; ferner: daß die Weltvon diesem Gotte erschaffen sei, und daß es nur eine einzige Weltgebe, und endlich, daß die göttliche Vorsehung die Welt leite undregiere *). Nichtsdestoweniger verschmähte die Nachwelt und besondersdas Christentum die gesunde Geistesnahrnng, die Philo gereicht hatte,und griff gerade die unverdaulichen Zutaten ans, die er ihr, der ver-dorbenen Geschmacksrichtung der Zeit zu Liebe, beigegeben hatte.
Ungleich kraftvoller als alle seine Vorgänger hat der fürstlichePhilosoph von Alexandrien ans dem Arabarchenhause das iu Lasierund Vertierung versunkene griechische und römische Heidentum heraus-gefordert und bekämpft. Seine ganze Auseinandersetzung über die Gesetzedes Judentums zielt im Grunde darauf hin, in der Lichtseite derselbendie Schattenseite des Heidentums, die geschlechtlichen Verirrungen, dieGemütsleere und Fäulnis in der griechisch-römischen Welt zu zeigen.Nichtsdestoweniger hielt Philo es für nötig, weil verlogene Anklagengegen das Judentum zu seiner Zeit allzuhäufig vorkamen, dieses inSchutz zu nehmen und seine Hoheit in einfacher Auseinandersetzung zubeurkunden. Seine Hauptschriften waren zunächst für Stammes- undGlaubensgenossen ausgearbeitet; er wollte aber auch mit den draußenStehenden ein ernstes Wort reden.
Leichtsinnige und boshafte Schwätzer, Sykophanten, wie sie Philonennt — Lysimachos aus Alexandrien oder Kyrene und der Lügen-schmied Apion (o. S. 325, 328) — hatten den Gesetzgeber Moseeinen Gaukler und Betrüger genannt und die von ihm stammendenGesetze als menschenfeindlich und verwerflich bezeichnet. Gegen dieseVerleumder verfaßte Philo eine eigene Schrift fl, um ihre von Bos-heit gegen die Judäer eingegebenen Anklagen zu widerlegen. Eskonnte ihm nicht schwer werden gegenüber den geringzähligen Spurender Menschlichkeit, deren sich die Griechen ans alter Zeit rühmten,wie z. B. Keinem Feuer zu versagen, einem Verirrten den rechtenWeg zu zeigen, eine lange Reihe von Gesetzen der Barmherzigkeit auf-zuzählen, die teils im Gesetzbuch ausdrücklich befohlen sind oder un-geschrieben sich mündlich fortgepflanzt haben. An die Spitze der un-geschriebenen Gesetze stellte Philo Hillels goldenen Spruch auf: „Wasdir verhaßt ist, das tue einem andern nicht" (o. S. 207, 283). Das
fl Philo äs opiüeio mrmäi K 6>, U. I, 41.
fl Eusebius, xrasxar. svanZsl. VIII, 358 fg. Vergl. Note 25.