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Geschichte der Juden.
System Mittelwesen zwischen Gott und der Welt cm. Gott schuf zu-erst die geistige Welt der Ideen, die nicht bloß Urbilder derzu schaffenden Dinge werden sollten, sondern zugleich wirkende Kräfteund Ursachen wurden, die Gott, wie ein Gefolge diensttuender Wesen,umgeben. Durch diese geistigen Kräfte wirkte Gott mittelbar in derWelt. Sie sind seine Statthalter und Boten, die Ordner der Welt,die unzerreißbaren Bänder, die Gott durch das Weltall gespannt, dieSäulen, ans welche er sie gestützt hat. Sie sind die reinen Seelen, welchedie Griechen als gute Dämonen bezeichnen, Mose aber Engelnennt. Philo schwankte bei der Beschreibung dieser Kräfte; bald läßter sie als unzertrennliche Teile Gottes, bald als selb-ständige, persönliche Wesen wirken, je nachdem der philosophischeoder der jndäische Einfluß in seinem Denken überwiegt. Wie Gottdiese Kräfte hervorgcbracht hat, darüber gibt das philonische System nurungenaue Auskunft. Bald erklärt es diese geistige Schöpfung durchErweiterung und Spannung des göttlichen Wesens skX7k->k»Y, balddurch ein Ansströmen Gottes in die Welt (äri-i-»!«-«).
Der Inbegriff dieser geistigen Kräfte als Bermittler zwischenGott und der Welt ist nach Philo der Logos oder die wirksamegöttliche Bern nnft, die göttliche Weisheit, der Geist Gottes, dieKraft aller Kräfte. Der Logos ist, nach Philos mehr schwärmerischerals philosophischer Schilderung, der erstgeborene Sohn Gottes,der an der Grenze zwischen dem Unendlichen und Endlichen steht undbeide zugleich verbindet und scheidet. Er ist weder unerschaffen wieGott, noch geschaffen wie die endlichen Dinge. Der Logos ist dasUrbild der Welt, der Stellvertreter Gottes, derdessen Befehle der Welt überbringt, der Dolmetsch, der ihr seinenWillen verkündet, der Vollstrecker, der ihn sogleich vollzieht,der Erzengel, der die Wirkungen und Offenbarungen Gottesan die Menschen vermittelt, der Hohepriester, der Fürbittefür die Welt bei Gott einlegt. Den Begriff der Weltvernunft, derunabänderlichen Gesetze, wodurch die Ordnung in der Welt erhaltenwird, hat die griechische Philosophie ausgestellt, und den NamenLogos hat die stoische Schule dafür eingeführt. Aber dieser Begriffhatte für Philo nicht den Charakter der Wahrheit, solange er ihnnicht in der heiligen Schrift bestätigt fand. Diese Bestätigung ist ihmin einer tiefen Verzückung zugekommen, und mit einem Wonnegefühleerinnerte er sich später dieser ihm zuteil gewordenen inneren Offen-barung. Er fand den Logos, seine Bedeutung und Wirksamkeit in derSchrift durch das feurige Schwert bezeichnet, welches neben denbeiden Cherubim, als Symbol der beiden Grnndkräfte Gottes,