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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

sei, stoße die andern Völker ab, welche meistens dem Leben, des Ge-nusses ergeben sind. Aber gerade wegen der Verwaistheit des judäischenVolkes könne es auf die Barmherzigkeit Gottes um so eher rechnen st.Philo war von dem Glauben durchdrungen, daß die zerstreuten undleidenden Israeliten einst wieder durch eine messianische Veranstaltunggesammelt und heimgeführt werden würden, und daß sich ihnen dieGnade Gottes wieder leuchtend zuwenden und sie für ihre unsäglichenLeiden und ihre ausdauernde Standhaftigkeit belohnen werde <o. S. 275).Das Sinnbild des Priestervolkes sei der blühende Mandelstab Ahrons,welcher andente, daß es immer in Blütenfrische bleiben und den ewigenFrühling genießen werdest.

Wenn so Philo auf der einen Seite ganz ans jndäischem Bodenstand, die Schriftdenkmäler des Judentums für verehrungswürdig,seine Gesetze für heilig, vernünftig und unverbrüchlich hielt und dieHoffnungen auf die messianische Zukunft in vollem Maße teilte, sowar er andererseits von den, dem Jndentnme znwiderlansenden Lehr-sätzen der griechischen Philosophen-Schnlen nicht minder erfüllt. Derjndäische und der hellenische Geist beherrschten ihn gleich stark undmachten sich den Besitz seiner Gedankenwelt streitig. Vergeblich mühteer sich ab, die Gegensätze in Einklang zu bringen; das von Hanse ausFeindliche ließ sich nicht versöhnen. Daher die Widersprüche, in diesein Denken geriet; daher die Erscheinung, daß er sich einmal mehrden judäischen Lehren, das andere Mal mehr den philosophischen An-schauungen znneigte. Das Gedankensystcm, das in seinen Schriftenzerstreut angetroffen wird, verrät dieses Schwanken in auffallenderWeise; aber er selbst hatte kein Bewußtsein von diesem Widerspruche.Er war fest überzeugt, daß die philosophischen Lehren der Griechenin dein judäischen Schrifttum enthalten seien. Das ist seine schwacheSeite. Wie sehr er auch die Befangenheit seiner Zeitgenossen über-flügelte, so blieb er doch hinter der rechten Würdigung des Juden-tums zurück oder vielmehr nur an dessen Oberfläche stehen; das wahreWesen desselben hat sich ihm nicht erschlossen. Der Gedankenbau,der sich aus den zerstreuten Anssprüchen der philonischen Schriftenzusammenstellen läßt, trägt dieses Gepräge des halb-judäischen undhalb-hellenischen Geistes unverkennbar au sich.

Philos System 3) hat vor Allem einen durchgängig religiösen

st Philo üs eieations xrimÜMm 6, N. Ik, 365 fg.

st Das. äs Aoss III. 22. ist. II, 163.

st Das philonische System hat Zeller in seiner Geschichte der griechischenPhilosophie III, 2 lichtvoll behandelt. Die Zitats sind daselbst zu finden. DieLogosidee hat genetisch behandelt Heinze, die Lehre vom Logos in der griechischen