Philo.
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obacktnng können wir der Gesetze tieferen Sinn besser begreifen nndentgehen zugleich den Vorwürfen und Beschuldigungen der Menge" Ü-Die Göttlichkeit, Heiligkeit nnd Unverbrüchlichkeit des jndäischenGesetzes betont Philo olso mit besonderem Nachdrucke, und wenn erauch hin nnd lvieder ansstellt, nur die zehn Gebote, als die Hauptprinzipiendes Judentums, seien unmittelbar von Gott gegeben, die übrigenGesetzesbestimmungen hingegen stammten von Mose, so verfehlt er dochnicht, hinzuznfügen, daß Gott selbst Mose als Dolmetsch der Gesetzeauserwählt habe, und daß das von ihm Mitgeteilte mithin ebenfalls alsgöttlich beurkundet angesehen werden müsse 2). „Daher bleiben, beidem Wechsel der Gesetze bei andern Völkern, die Gesetze des Juden-tums stets fest, unberührt, unerschüttert, wie mit dem Siegel der Naturgezeichnet, von dem Tage an, da sie geoffenbart worden, bis auf denheutigen Tag, nnd gewiß werden sie in aller Ewigkeit fortdanern, solange Sonne nnd Mond nnd die Welt bestehen werden". So viel dasjndäische Volk an Glück nnd Unglück erfahren, hat es auch nicht dasGeringste von dem Gesetze anfgegeben, weil es dasselbe als heilig undgöttlich verehrt. Weder Hungersnot, noch Seuchen, noch Krieg, nochdes Tyrannen Drohen hat das Gesetz aufzulösen vermocht, wie solltees nicht geschätzt und Allem vorgezogen werden?^). Philo war derÜberzeugung, daß die Zehnworte, von der Gottheit. offenbart, vomganzen Volke, Männern »nd Frauen, vernommen worden seien. „Alsohat Gott sich einer Stimme bedient? Fern sei es, daß so etwas inden Sin» käme! Gott bedarf nicht wie der Mensch des Mundes undder Sprache. Aber es scheint mir, daß damals etwas Wunderbaresund Gottmürdiges vorgegangen ist, indem Gott in der Luft einenunsichtbaren Klang, angenehmer als jede Harmonie, gebildet hat"^).So dachte sich Philo die sina'ltische Offenbarung.
In den Schriftdenkmälern des Judentums ist, nach Philos An-sicht, die tiefste Weisheit enthalten. Was die bündigste Philosophieihren Jüngern gelehrt, das schöpfen die Judäer ans ihre» Gesetzenund Sitten, namentlich die Erkenntnis des ewigen Gottes, die Ver-werfung der eitlen Götter und Milde und Menschlichkeit gegen alleGeschöpfe. „Sind die Gesetze nicht würdig, hochverehrt zu werden,"ruft er ans, „welche die Reichen lehren von ihren Gütern den Dürf-
Philo, äs prolugäs § Iv, ZI. 1 551.
2 ) Das. äs äsealog-o Z 1, ZI. II 152 u. a. St.b) Das. äs Zlo86 II, 3; II 137 ZI.
st Das. äs äeealnKv, ZV auch das. 11, ZI. I1185,188 u. äs prasmim Z 1.ZI.I4V8Philos entspricht dem der mittelalterlichen Philosophen.