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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Philo.

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dnrchznführen, in Spielereien der Zahlensymbolik, erklärte hebräischeWörter mit griechischen, und deutete nus einer und derselben StelleVerschiedenes und Entgegengesetztes. Die allegorische Auslegung warfür ihn sozusagen ein gebieterisches Bedürfnis, und er hätte sieWohl erfunden, wenn er sie nicht vorgefunden hätle. Er wollte nämlichdie reiche Gedankenfülle, die er teils selbst erzeugt, teils aus denPhilosophenschnlen der Akademie, der Stoa und der Neupytagoräer sichangeeignet hatte, durch die heilige Schrift bezeugt und bewahrbeitetwissen. Die überkommenen und gefundenen Ideen hatten in seinenAugen erst dann den Stempel der Wahrheit, wenn sie von demgöttlichen Gesetzgeber entweder deutlich oder doch andeutungsweise be-siegelt waren. Das im Pentateuch niedergelegte Gotteswort galt ihmals der echte Prüfstein für die Wahrheit eines philosophischen Ge-dankens, dem er mehr zntranen zu müssen vermeinte, als der Logikund Dialektik. Die allgemeinen Wissenschaften, Grammatik, Musik,Geometrie, Redekunst samt der Dialektik, die er sich, angeeignet hatte,standen in seinen Angen nur in einem dienenden Verhältnis zur gött-lichen Weisheit und verhielten sich zu ihr wie Hagar (die Fremde) zuSara, der wahren Fürstin Z.

Die metaphysische Spekulation Heraklits, Platos, Zenos durfteihm im Gesetzbnche nicht fehlen, sie mußte sich also irgendwie Nachweisenlassen, und die Allegorie bot ihm den Weg dazu. Philo legte um sogrößeren Wert ans seine allegorische Anslegungsweise, als sie ihmnicht als eine Künstelei, sondern als eine göttliche Eingebung, gewisser-maßen als eine Offenbarung im Zustande gesammelter Stimmung undVerzückung der Seele kundgegeben schien. Ohne Ruhmredigkeit, jamit einer gewissen Feierlichkeit erzählt er, seine Seele sei öfter vonGott begeistert worden (^-o-.,/7rkc-o-Sa-) und habe Deutungen biblischerStellen prophetisch gelernt, von denen sie früher im nüchternen Zustandenichts gewußt'^). Außerdem schien ihm durch zwei Betrachtungen dieSchrift selbst eine höhere Auslegung zu fordern. Biele Ausdrücke inder heiligen Schrift, wo von Gott in menschlicher Weise die Rede ist,als wenn ihm eine örtliche Bewegung zugeschrieben oder Gliedmaßenund menschliche Affekte beigelegt werden, könnten doch unmöglich buch-stäblich genommen werden, da ja die Schrift selbst spreche: Gott ist

nicht Menschen gleich. Solche Ansdrücke seien daher eine Anbeqnemungan die Schwäche der Menschen und fordern von selbst die Eingeweihten

*) Philo lts ooArs8sn gnasrsnäas srnäitionis Kratia ß 3 fg., N. I 521.

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8 9, L. I, 113).