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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Die Allegoristen.

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an den einfachsten Worten so lange hcrmn, bis sie einen philosophischenSinn herausbrachten. Die griechische Übersetzung der heiligen Schrift,deren sie sich bedienten, leistete ihren Verzerrungen Vorschub, da in der-selben öfter der ursprüngliche Sin» verwischt ist und etwas ganz anderesals der Urtext anssagt. Reichen Stoff zn Allegorieen boten ihnen

besonders die hebräischen biblischen Eigennamen. Indem sie dieselbengut oder schlecht auf ihre Wurzeln zurückführten, deutelten sie undzwängte» sie so lange, bis ein brauchbarer Sinn daraus gewonnenwar. Abraham bedeutete de» Allegoristen nicht die kräftige, geschicht-liche Erscheinung, welche zuerst der Welt die wahre Gvtteserkennt-nis gebracht hat, sondern galt ihnen als Symbol. Sie losten ihn indie fade Allegorie deseifrigen Sinnes" frone onouS-rwe auf.Dem entsprechend war ihnen Sara, in der BedeutungHerrscherin",das Symbol der Tugend, und daraus spannen sie einen künstlichenFaden philosophisch scheinender Lehrsätze. Die schlichte biblische Er-zählung von Jakob, daß er an einem Orte ankam, als die Sonneunterging, deutelten die Allegoristeu folgendermaßen:Die Sonne be-deuteteWahrnehmung", der Ort das göttliche Wesen f^Se-o? loxo?)und Jakob die durch äußerliche Übung erlangte Weisheito-oPi'll). Vermöge dieser Spielerei mit den Wortbedeutungen brachtensie den Satz heraus: der Mensch könne nur das Göttliche erkennen,wenn sein natürlicher Verstand untergegangen, Ivenn er an seiner be-schränkten Erkenntnis verzweifle^).

So ansteckend war diese allegorisierende Manier und so sehr hattesie sich der Köpfe bemächtigt, daß selbst die Menge au deu schlichtenErzählungen der heiligen Schrift, an den einfach erhabenen Lehrenund Gesetzen keinen Geschmack mehr fand und sich nur an gekünsteltenAusdeutungen ergötzte. Die frommen Männer, die an den Sabbatendie Schrift ansznlegen pflegten mußten dem Geschmacke der Zeithuldigen und sich herbeilassen, Geschichte und Lehre zu allcgorisieren.Von einem dieser frommen Prediger ist eine allegorische Deutung einesganz verständlichen und einleuchtenden Gesetzes aufbewahrt worden,welche die krankhafte Manier der Allegoristen aufs treffendste kennzeichnet.Das Gesetz, daß eine unverschämte Frau bestraft werden soll, wenn sie,

ck0861ÜN) ts 26, Ll. II 62: i"xovo« /Ik'vroi. xai LNk'k-«v tklk'ar r^07rLXl,irk(»or' . . .

Von rationalisierenden Auslegern der heilige» Schrift äsOeealog'o!;!,LI. II, 182: ,/>aai 07 rtr-e. über verschiedene Deutungen der Beschneidung äsoirenmeisious § l und zum Schluffe Z 2, LI. II 2l1 . . . kt?

ff Philo äs L.braban>o K 20, LI. II 15.

ff äs sowniis I, 19, LI. I, 638. ff Das. äs Lloss III, 28, LI. II, 168.