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Geschichte der Juden.
weise, und er glaubte diese durch Geziertheit und Geschraubtheit desStiles ersetzen zu können. Ihn quälte nämlich in tiefer Brust dieVerkennung des Judentums und besonders des Gesetzbuches Moses, dasihm als Höchstes galt; darum unternahm er es, dasselbe griechischenLesern von der günstigsten Seite zu zeigen.
Die merkwürdige Entstehung der Septuaginta gab ihm Stoff zurAusschmückung. Der zweite Ptolemäer Philadelphns selbst, der die erstegroße Büchersammlung angelegt hat, hätte — was dieser Darstellungdas Wichtigste war — dem Judentum«: seine Bewunderung nicht ver-sagen können. Der Hauptinhalt dieser sagenhaften Schrift ist folgender:Aristeas, ein hoher Beamter des ägyptischen Königs, beschreibt seinemphilosophisch gebildeten Bruder Philokrates die Vorgänge bei derÜbersetzung des Pentateuchs ins Griechische und mischt in die ErzählungBetrachtungen über die Vortrefflichkeit der judäischen Lehre ein.Unter dieser Einkleidung widerlegt der Verfasser auch die gegen dasJudentum erhobenen Anschuldigungen. Der König Philadelphns, be-gierig, seine Büchersammlung zu vergrößern, erfährt von DemetriusPhalereus, dem angeblichen Aufseher derselben, daß die Judäerein Gesetzbuch besitzen, das würdig sei, ausgenommen zu werden, weiles „göttlichen Ursprungs und philosophischen Gehaltes" sei. Daraufläßt sich der König angelegen sein, zwei Gesandte, Aristeas undAndreas, mit reichen Geschenken für den Tempel au den frommenHohenpriester Eleasar zu senden und sich von ihm zweinnd-siebzig Übersetzer auszubitteu. Um sich ihm gefällig zu zeigen,schenkt er den judäischen Gefangenen, die sein Vater nach Ägyptenverpflanzt und als Sklaven behandelt haben soll, die Freiheit undzahlt für sie das Lösegeld an deren Besitzer. Der Hohepriester nimmtdie Gesandten freundlich auf, zeigt ihnen die Merkwürdigkeiten derHauptstadt und des Tempels und wählt zweinndsiebzig Dolmetscheraus, und zwar aus je einem der zwölf Stämme sechs, die er derHuld des Königs empfiehlt. Eleasar gibt den Gesandten auch Auf-schlüsse über manche auffallende Gesetze des Judentums, namentlichüber das Geuußverbot gewisser Speisen und unreiner Tiere. Vondem Grundsätze ausgehend, daß, wie der Umgang mit edlen Menschenzur Tugend, ebenso die Gesellschaft von entartete» Menschen znm Lasterführe, beabsichtige das Gesetz mit solchen Bestimmungen, die der lauterenGotteserkenntnis und der reinen Gesittung ergebenen Jndäer von demUmgänge mit Götzendienern und Lasterhaften fernznhalten. Verehrtendoch die Griechen Bilder von Stein und Holz und die Ägypter garTiere und Reptilien! Darum habe der judäische Gesetzgeber denVerehrern des wahren Gottes die Absonderung empfohlen und sie
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