Pseudo-Aristeas.
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wic mit „unzerstörbaren Mauern und eisernen Wällen" von dem ver-führerischen Umgänge ferngehatten. Doch habe das Genußverbot mancherTiere auch einen tiefen sittlichen Grund. Die zum Genuß gestattetenVögel sind zahmer Natur und nähren sich von Pflanzen; die vomGesetze verbotenen hingegen sind wilder Natur, leben von Fleisch undfallen sogar Menschen an. Die göttliche Gesetzgebung habe daher mitdiesem Verbote die Menschen Gerechtigkeit und Mäßigkeit lehren wollen.
§ Ebenso habe das Gestatten des Genusses von Tieren mit gespaltenenKlanen und wiederküuendem Magen eine symbolische Bedeutung; dieGespaltenheit der Klauen bedeute Unterscheidung und Auswahlim Genüsse und lehre die Jndäer, von den geschlechtlichen Vergehungender Heiden fern zu bleiben, weil diese sich in fleischlichem Umgängemit Knaben und mit den eigenen Töchtern besudeln. Das Wiederkäuenbedeute symbolisch die Erinnerung, die den Judäern eingeschärftwerde, damit sie nicht die wunderbare Leitung Gottes vergessen mögen.Denselben Zweck hätten auch die Pfosteninschriften (ra Nssnsa)
an Haustüren und Stadtpforten, und das Anlegen der Zeichenan die Hand; sie bedeuten, daß jede Tätigkeit mit Hinblick auf Gottgeschehen solle. Dieses Alles habe der Hohepriester Eleasar den Ge-sandten des Königs anseinandergesetzt.
Als die Dolmetscher in Ägypten angekommen waren, seien sievom König huldvoll empfangen und bewirtet worden; dieser habeseinem Diener anfgetragen, den jndäischen Weisen nur „solche Speisenvorznsetzen, die ihnen ihr Gesetz gestatte". Während der Tafel habeder König an jeden der Dolmetscher eine philosophische Frage gerichtet,die sie so treffend und schnell beantwortet hätten, daß sich selbst dieanwesenden griechischen Philosophen darüber verwunderten.
Der König seinerseits habe den tiefen Sinn der jndäischen Ge-setzgebung so sehr angestannt, daß er nicht begreifen konnte, warumkein griechischer Geschichtsschreiber oder Dichter die jndäische Gesetz-gebung erwähne. Darauf habe ihn Demetrws belehrt: diese Gesetz-gebung sei so heilig und göttlich, daß diejenigen, welche sie zu nn-heiligen Zwecken gebrauchen wollten, durch göttliche Fügung bestraftworden seien. Theopemptos, der den jndäischen Gesetzgeber Mosein sein Geschichtswerk habe einflechten wollen, sei in Wahnsinn ver-fallen. Ähnliches sei dem Tragödiendichter Theodektes (Ezekieloso. S. 355) zngestoßcn, weil er etwas ans diesem Buche in ein Dramaverwebt habe. Er sei seiner Sehkraft beraubt gewesen, bis er denHimmel wieder versöhnt habe. — In den Angen des Verfassers desAristeasbriefes hatte der Pentateuch einen so hehren Charakter, daßdessen Mißbrauch die Strafe des Himmels nach sich ziehe. Nicht