Judäisch-hellenistische Apologien.
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weil Römer und Griechen von einem Vorurteile gegen Judäer undJudentum befangen waren, so deutet er doch die Wurzeln an, auswelchen die edle Frucht der Menschlichkeit und lauteren Gesinnungentsprießen konnte, und diese Wurzel ist die Erkenntnis von dem einig-einzigen Gotte. Aus dem Munde des Propheten Jeremia sagt er inzwei griechischen Versen:
„Sei auf Weisheit nicht stolz, auch auf Stärke nicht, oder auf Reichtum,„Gott nur allein ist weise, voll Macht nnd glückselig vollauf"
Die Griechen aber waren stolz auf ihre Weisheit und die Römerauf ihre Macht und ihren Reichtum. Darum sahen sie verächtlich aufJudäa und das Judentum herab, verkannten ihre hohe Bedeutung undgingen in der Irre. Dabei entsprang eine ganze Reihe prosaischerSchriften aus der judäisch-griechischen oder hellenistischen Schule, diekeinen andern Zweck hatte, als einerseits die Haltlosigkeit desHeidentums aufzudeckeu und andererseits das Judentum in ein günstigesLicht zu stellen. Ihre Verfasser gingen geradezu darauf aus, die Heidenzur Erkenntnis des Judentums zu bewegen. Sie stellten ihnen heid-nische Könige als Muster auf, die zu der Einsicht gelaugt waren, daßdas Heidentum hohl und nichtig sei, das Judentum aber heilvolleWahrheiten enthalte. Nebenher hielten sie ihrem Volke eine warmeSchntzrede und widerlegten die Beschuldigungen, welche die heidnischenSchriftsteller gegen das Judentum oder die Judäer erhoben haben. Diepersischen Könige Darius und Artaxerxes, den griechischen KönigPkolemäus Philadelphus und selbst den verruchten AntiochusEpiphanes ließen sie Zeugnis für die Vortrefflichkeit des Judentumsoder die Harmlosigkeit des jndäischen Volkes ablegeu"). Solche zugleichVerteidiguugs- und Angriffsschriften wurden unter erdichteten Namenin Umlauf gesetzt, um den Eindruck zu erhöhen.
Eine eigene Schutzschrift für das Judentum ist der sogenannteAristeasbrief oder das Sendschreiben Aristeas au seinen BruderPhilokrates über die Entstehung der griechischen Übersetzung zumPentateuch, deren Erdichtung eine geraume Zeit für historisch wahrgehalten wurde. Der Verfasser desselben lebte allerdings in Alexandrien,aber nicht unter dem Könige Ptolemäus Philadelphus als Grieche,sondern höchstwahrscheinlich zur Zeit des Kaisers TiberiuZb). Ihmfehlte noch die Gewandtheit und Feinheit der griechischen Darstellnngs-
i) Über Pseudo-Phokplides s- Note 3 sund die Bemerkung dazuj.
-) Vergl. die Zusätze in Esra Apokryphus o. 3—4, die zu Esther, namentlichdas zweite Rundschreiben des Artaxerxes e. 8 und Antiochus Epiphanes freund-lichen Brief in II. Makkabb. 8, 18 fg.
°) Über Pseudo-Aristeas s. Note 2 fand die Bemerkungen dazush