Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
376
Einzelbild herunterladen
 

Z76

Geschichte der Juden.

Und warum bringst du dar den Toten vergebliche Gaben,

Opferst den Götzen? Wer hat den Irrtum gelegt in die SeeleDir, um dieses zu tun und den groken Gott zu verlassen?

Allvaters Namen verehr' und nie sei dir er verborgen.

Tausend Jahr aber sind's und fünfhundert andere Jahre,

Seitdem über die Griechen geherrscht übermütige Herrscher,

Welche zuerst das Böse gelehrt die sterblichen Menschen;

Die viel Götzenbilder gemacht für die, welche tot sind.

Wegen welcher man euch unterwies, auf Eitles zu sinnen.

Aber wenn über euch kommt der Zorn des allmächtigen Gottes,

Dann werdet ihr des großen Gottes Antlitz erkennen.

Aber die Seelen der Menschen zumal werden seufzen gewaltig.

Und zum Himmel empor, dem großen, die Hände erheben,

Und man beginnt einen Helfer zu nennen den mächtigen KönigUnd des gewaltigen Zornes Abwehr, wer sie sei zu erfragen ^).

Im Gegensatz zum Heidentume hebt die Sibylle die Vorzügedes Judentums folgendermaßen hervor:

Eine breitstraßige Stadt gibt's im asiatischen Lande;

Aus ihr ist das Geschlecht der gerechtesten Menschen entsprossen,

Die stets trefflichen Sinns und herrlicher Werke gedenken.

Denn um der Sonne kreisförmigen Lauf nicht, noch um des Mondes,

Noch um gewaltige Dinge sind sie auf Erden bekümmert!

Aber sie sind nur bedacht auf Gerechtigkeit und auf die Tugend.

Auch besitzen sie nicht Geldgier, die den sterblichen MenschenTausend Übel gebiert, den Krieg und den schrecklichen Hunger.

Auch ein richtiges Maß haben sie in den Dörfern und Städten,

Auch vollführen sie nicht des Nachts Diebstahl an einander,

Treiben die Heerden nicht weg der Ochsen, Schafe und Ziegen,

Nicht nimmt der Nachbar hinweg die Grenzen vom Lande des Nachbarn,Und der reichere Mann bereitet dem ärmeren nicht KränkungUnd betrübet die Witwen nicht; vielmehr leistet er Hilfe,

Steuert der Not mit Weizen stets, mit Wein und mit ÖleUnd ist freigebig stets bei dem Volke, für die, welche arm sind.

Ja den Armen gewährt er den Teil von der eigenen Ernte,

Gottes, des großen, Befehl erfüllend, den Laut des Gesetzes:

Denn allen gab der Himmlische ja die Erde gemeinsam'y.

Israels Vortrefflichkeit rühmt die Sibylle an einer anderenStelle:

Denn verständigen Rat hat die Gottheit gegeben

Ihnen allein und Treue und trefflichen Sinn in dem Herzen;

Sie, die nicht mit eitlem Trug die Gebilde der Menschen,

Goldene oder von Erz, von Elfenbein oder von Silber,

Und die Bilder von Holz oder Steinen hinfälliger Götzen,

Oder von Ton mit Mennig gefärbt, tierähnliche Bilder-Ehren, wie immer der Mensch in eitlem Sinne es treibet;

Sondern welche zum Himmel die reinen Hände erheben,

Z Sibyllinen Buch 3, V 5-16561.ch Das. V. 218221. 234217.