Verbreitung der Judäer.
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Auch in den Ländern jenseits des Tigris, in Persien und Medien,bestunden judäische Gemeinden, und der Syuhedrialpräsident Gamaliel er-ließ auch au sie ein Sendschreiben (o. S. 348). Von den Euphrat-und Tigris-Gegenden sind wohl viele nach Armenien ausgewandert, ehenoch Tigranes Gefangene aus Judäa mitgebracht hatte. — Wie Naardaund Nisibis die Mittelorte für die Euphratländer waren, so bildetensich in jedem Landstriche Mittelpunkte, von wo aus sich die judäischeBevölkerung in die Nachbarländer verbreitete, von Kleinasien aus einer-seits nach der Gegend des schwarzen Meeres, andererseits nach Griechen-land und den Inseln. Die Städte Athen, Korinth, Thessalonica,Philippi hatten judäische Gemeinden^). Rom sandte sicherlich judäischeKolonien westwärts nach Südfrankreich und Südspanien, obwohl sich keinesichere» Spuren von ihrem Vorhandensein in diesen Gegenden vor derTempelzerstörnng Nachweisen lassen.
Der erste Eindruck, den das judäische Wesen auf die Heidenmachte, war ei» abstoßender; die Judäer erschienen ihnen in ihrereigentümlichen Lebensweise und Tracht und in ihrer religiösen Anschauungwie etwas Sonderbares, Rätselhaftes, Geheimnisvolles, das sie sichnicht zu erklären vermochten, und das sie bald mit tiefer Scheu, baldmit Spott erfüllte. Der Gegensatz zwischen Judentum und Heidentumwar so durchgreifend, daß er sich in jedem Tun und Lassen äußerte.Alles, was den Heiden als heilig galt, Ivar in den Augen der Judäerein Gegenstand des Abscheues, und was wiederum jenen gleichgültigwar, galt diesen als Sache der Frömmigkeit. Die Absonderung derJudäer von gemeinsamer Tafel, ihre Scheu vor Ehebündnissen mitHeiden, ihre Enthaltsamkeit von Schweinefleisch und warmen Speisenam Sabbat legten ihnen die Heiden als Verkehrtheit und die Be-schränkung des innigen Umganges auf die eigenen Glaubensgenossenals Menschenfeindlichkeit aus").
„Jegliches Land und jegliches Meer ist von Dir erfüllet,
„Jeglicher Dir feindlich gesinnt, ob Deiner Gebräuche" °).
u Folgt aus der Apostelgeschichte. Im allgemeinen sprechen von der Ver-breitung der Judäer in Europa, Philo in Vlaee. Z 7; IsKatio all OajninZ 38, sä. ill. II, 587. Josephns Altert. XIV, 7, 2; jüd. Kr. VII, 3, 3. JudäischeInschriften fand man aus Athen 6oip. Insorr. Oraso. IV. Xo. 9980; ausPaträ das. 9898; aus Pantikapaion (am schwarzen Meere) das. II. p. 1005,wo auch von 7 re»ak„)-ut die Rede ist. Aus Süditalien 6. ,1. .<8eoli, Ivorimoniineäits st.o. lioma 1880. sVergl. jetzt Schürer III 17 ff. 26 f. und diedas. angegebene Literatur).
"> Josephns gegen Apion II. 13—14 f. Davitnm bistorias 5, 4—5. Philoäs oirenmeisions Z 1, ill. II, 210. Sueton, Augustus 76.
0) Sibplline» III, 271— 72.