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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Schrecken einflößte (um 30). Asinai und Anila's waren Weber vonHandwerk, und sammelten, als sie einst von ihrem Lehrmeister bestraftwurden und entflohen waren, eine Schar Unzufriedener um sichund brandschatzten die Hirten. Täglich wuchs die Zahl der naardesischenRaubritter, und sie konnten waffeugeübt nnd tollkühn große Streifzügeund kriegerische Überfälle ausführen. So lose waren die Zügel desparthischen Regiments, daß der König Artaban II. mit ihnen einBündnis einging nnd sie förmlich als Herrscher eines unabhängigenGemeinwesens anerkannte. Fünfzehn Jahre hat dieser sonderbarejudäische Staat bestanden, bis er durch Übermut nnd innere Zwietrachtunterging. Auilcü hatte sich in eine schöne heidnische Gefangene ver-liebt, sie zur Frau genommen und aus Schwäche geduldet, daß sie dieGötter ihrer Heimat in ihrem Hanse verehren durfte. Darüber wardie fromme Schar und auch der ältere Bruder entrüstet, und sie hieltenmit ihrer Unzufriedenheit dem Führer gegenüber nicht zurück. DasZerwürfnis führte dahin, daß Asinai von der heidnischen Schwägerinvergiftet wurde. Mit Asiua'is Tod wich der Geist aus diesem Staate.Als Anitas und seine Scharen von Mithridates, dem Schwiegersöhnedes Königs von Parthieu, der die Schmach rächen wollte, die er inder Gefangenschaft der Judäer früher erduldet, angegriffen wurden,wurden sie zersprengt nnd konnten sich nur durch Raubzüge gegen dieheidnischen Babylonier erhalten. Die gegen die Judäer erbittertenBabylonier überfielen aber einst Anitas plötzlich und machten ihn undseine Schar nieder. Darauf wendeten sie sich gegen die babylonischenJudäer in den offenen Städten, um sie die von Anitas erduldetenBeraubungen entgelten zu lassen. Viele babylonische Judäer suchtendaher in Seleucia, an der Westseite des Tigris, eine Zufluchtsstätte;aber auch hierher hatte sich der Judenhaß verpflanzt. Die BevölkerungSeleucias bestand nämlich aus Judäern, Griechen und Syrern. Dieletzteren lebten vor der Ankunft der Judäer in steter Fehde mitein-ander. Nach deren Ankunft vereinigten sie sich aber, überfielen plötzlichdie Judäer nnd töteten fünftausend derselben (um 41); die übrigensuchten Schutz in der parthischen Hauptstadt Ktesiphon. Die zwischenJudäern und Heiden ausgebrocheue Feindseligkeit hörte damit nicht aufund zwang die Judäer, in den zwei befestigten, von ihren Stammes-genossen bevölkerten Städten Naarda und Nisibis Sicherheit zu suchenZ.

ff Josephus Altert. XVIII, 9, 1 9. Die Zeit dieser Vorgänge läßt sichnicht genau bestimmen. Da der parthische König dabei eine Rolle spielte unddieser 41 starb, so muß diese Geschichte vorher angesctzt werden. Josephusr-iht sie chronologisch nach Caligulas Tod ein 41, und zwar die Schluß-katastrophe, die Verfolgung der Judäer in Seleucia. In Z 5 bestimmt er denglücklichen Bestand des Naardensischen Raubstaates auf 15 Jahrs.