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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Verbreitung der Judäer.

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zugestellt, und diese wurden in ihrer Synagoge aufbewahrt Z. In Damas-kus wohnten an zehntausend Judäer, und der nabatäische KönigAretas hatte da einen vornehmen aus ihrer Mitte zumEthnarchen, wie in Alexandrien, als Oberhaupt der Gemeinde ein-gesetzt 2 ). In der Welthauptstadt Rom, dem Anziehungspunkte für Ehr-geizige, Gewinnsüchtige, Schwärmer und Unzufriedene, sammelte sich diejudäische Bevölkerung nach ihrer Ausweisung unter Tiberius ( 0 . S. 266)wieder so massenhaft an, daß, als der Kaiser Claudius sie wegen einerunbekannten Veranlassung ausznweisen beschlossen hatte, er wegen ihrergroßen Menge nicht wagte, den Beschluß auszuführen. Er verbot ihnenindes religiöse Versammlungen^). Erst gegen Ende seiner Regierunghat Claudius wegen Unruhestiftnng eines christlichen Apostels, NamensChrestus, sie, gewiß nur teilweise, aus Rom vertrieben^). Eine judäischeGemeinde behauptete sich trotzdem in Rom. Sie hatte eine anerkannteVerfassung mit Oberen an ihrer Spitze, welche Archonten und Gernsiarchenbetitelt waren. Sie besaß mehrere Synagogen mit einem religiösenOberhanpte, welches Archisynagogos hieß, auch eigene Begräbnis-plätze. Auf den Grabdenkmälern waren zumeist griechische Inschriftenangebracht, weil die Gemeindeglieder ursprünglich ans griechischredenden Ländern stammten, aus Alexandrien und Kleinasien, mitdem Namen der Verstorbenen und dem SchlußworteFriede" oderin Frieden sei der Schlaf". Die Grabsäulen trugen öfter als Symboleinen siebenarmigen Leuchter^). Von Rom aus verbreiteten sich judäischeGemeinden nach Norditalien (Bologna) und nach dem Süden (Capua)bis in die Nähe von Neapel, und diese behielten ihre Gemeindeordnungund Gebräuche von der Urgemeinde bei^).

Größer noch als in Europa, Syrien und Afrika war die Zahl derJudäer in den parthischen Ländern. Sie setzte sich ans Überresten der ehe-maligen Exulanten zusammen, die in Mesopotamien und Babylonien ganzeStriche inne hatten. Zwei Jünglinge aus Naarda lNahardea am Euphrat)mit Namen Asinal (Chasinai) und Anita',' (Chanilal) gründeten sogarin der Nähe dieser Stadt einen Raubstaat, welcher den Nachbarländern

Z Josephus jüd. Kr. VII, 3, 3.

2) Das. II, 20, 2. II. Korinterbrief 11, 32. (Vergl. Schürer 1^, 737. II ^ 119 .)

3) Olo Oassilm 60, 6 . Orosius 7, 6 , 15.

Z Sueton Claudius 25. .Inclasos impnlsors Obresto assiclus tnwul-tmantes Koma expnlit. Vergl. Mouatsschr., Jahrg. 1877, S. 296 fg., wo nach-gewiesen ist, das; auch in Korinlherbrief 1, 12 die Rede von einem ApostelEh re stos sein must sVergl. Schürer III 33).

ö) Vergl. Schürer, Die Gemeindeverfassung der Juden in Nom in derKaiserzeit (Leipzig, 1879 und Gesch. des jüd. Volkes rc. III 44 ff.).

") Vergl. das. und die unten S. 373 angeführte Schrift von Ascoli. (WeitereLiteratur s. bei Schürer IIOH 357.)

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