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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

wie kommt Jehu, der Vertilger des Hauses Omri, dazu, ein Sohn dessel-ben genannt zu werden? Und auf diese Seifenblasen bezieht G. Rawlinson ohneWeiteres ein Bild auf einem der assyrischen Monumente auf Israelitendriu-xinA tribnts to Jalnianosor II."! Wenn man so vage Hypothesen alsGeschichte ausgeben darf, dann ist man auch berechtigt Lit-6I>nuwri als dieStadt Samaria oder als Land des Zehnstämme-Reichs ohne Skrupel zuerklären (Rawlinson, das., Schräder, das., S. 58, 145). Noch dazu soll beiChuumri sich das Adjectivum rnlr finden, und soll das Ferne (etwa P"N^>bedeuten, als wenn Gaza und Aegypten nicht noch entlegener wären alsSamaria. M enahem, der König, welcher nach der biblischen Quelle zuerstdem assyrischen König Phul Tribut gezahlt hat, darf natürlich in den assyrischenInschriften nicht fehlen, obwohl Phul selbst schwer zu finden ist. Er soll dieAlinibiillmi Ilsiinnrnuaai oder 8'ainirinaoi genannt sein (Schräder,S. 93, 119, 120, 143). Aber noch ein anderer Menahem drängt sich gar un-gelegen auf. Nachdem das Zehnstämme-Reich von Salmanafsar oder Saigonzerstört und die Stadt Samaria zertrümmert und das Königthum von Israelverschwunden war, erscheint noch einmal als Rsvovant ein LIinioliiinivi8imurunaai, bringt mit anderen Fürsten dem König Sanherib Tributund küßt ihm die Füße (Schräder, das. 174, vergl. das., S. 121). Soll mandas Alles als geschichtliche Thatsachen hinnehmen? Hätte nicht eine solche histo-rische Unmöglichkeit die Afsyriologen stutzig machen sollen? Kein Samaria undkein israelitischer König mehr unter Sanherib, und doch soll ein Menahem vonSamaria diesem Sanherib Geschenke gebracht und ihm die Füße geküßt haben!Eben so gewiß kommt Usia auf den Monumenten vor unter dem Namen^Li-i^aabu raut ckalincla-ai oder ^.sri^aabu (d. h. Schräder,

das., ,S. 115 fg.). Nur schade, daß Oppert in diesem Namen einen ganz an-deren König erblickt, nämlich den Sohn Tabel's, der als Gegenkönig gegenAchas aufgestellt werden sollte (Lepsius' ägyptische Zeitschr. 1809, S. 68).Auf welcher Gewißheit beruht nun die Behauptung der Afsyriologen, daßSamaria im ersten Jahre des Sargon, d. h. 721 oder 722 vorchr. Z. (nachdem supponirten Regenten-Kanon) von demselben eingenommen worden ist?Schräder bemerkt selbst darüber (S. 159):Ausführlicher hatte Sargon sich inseinenAnnalen" über das Ereigniß verbreitet; aus ihnen erfahren wir, daßes in sein erstes Regierungsjahr füllt. Leider ist, wie überall der Text derAnnalen, so auch dieser betreffende Abschnitt, arg verstümmelt. Von diesem

sind blos erhalten die Worte: Ina ris.rinai.' Und aus der

Ergänzung dieser Lücken soll nun folgen, daß Sargon im Anfang seiner Re-gierung die Stadt Samaria erobert habe! Wahrlich, nicht in griechischen,lateinischen oder hebräischen Texten dürfte man sich solche Ergänzungen er-lauben, geschweige denn in solchen, wo das Lesen so mühsam und unsicher ist;noch weniger dürfte man daraus chronologische Data combiniren und dadurchetwa entgegenstehende Data dementiren! Die judäische Chronologie brauchtalso keinerlei Rücksicht auf die assyrische zu nehmen und muß es dieser über-lassen, sich erst überzeugender zu documentiren.