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Geschichte der Juden.
Cycleu von Garen, Gossen und Neren erklärlich ivergl. M. von Niebuhr,a. a. O., S. 238 fg.j. Der babylonische Kalender war zu Hiskija's Zeit inJudäa schon bekannt. Denn schon zur Zeit Achas' wurde der in Babylonienerfundene Gnomon in Jerusalem eingeführt; er erhielt den Namen nix nii-rr«,„die Sonnen- oder Schatten-Uhr des Achas". Als Hiskija zum ersten Maleein gemeinsames Pascha-Fest begehen wollte, hat er es vom Monat Nissan aufden folgenden Monat verschoben. Warum? Weil er gefunden haben muß, daßder Monat Nissan damals nicht dem Frühlings- oder Halmmonate w-in),
welcher nach dem Gesetze dazu erforderlich ist, entsprochen hat; die Gerstenreifewar noch zurück. Er muß also das Einschaltungssystem eingeführt haben. Wareinmal das gebundene Mondjahr nach dem babylonischen und assyrischen Kalen-der eingesührt, so hielt man ohne Zweifel daran fest, weil ein reines Mondjahrstets mit einem Deficit behaftet ist. Aus historischen und chronologischen Gründenergiebt sich also, daß von Hiskija's Zeit an das 2122 oder die Einschaltungvon einem Monate nach Verlauf von zwei oder drei unvollkommenen Jahrenin Gebrauch gekommen ist.
Bis zu Hiskija's Zeit dagegen waren in Judäa kurze Mondjahre im Ge-brauche. Die 266 Jahre von der Reichsspaltung bis zum Untergang Samaria'ssind daher als Mondjahre anzusehen. Bei der Reducirnng derselben auf Ma-nische Jahre oder die vorchristliche Zeit muß man daher, wie schon angegeben,acht Jahre davon abziehen, d. h. 266 Mondjahre geben 258 julianische Jahre.Zählt man diese 258 Jahre zu Hiskija's 5.-6. Jahr, welches das Jahr desUntergangs Samaria's oder das vorchr. Jahr 719 war, 719 258 --- 977, so
fällt das Jahr der Reichsspaltung in das Jahr 977 vorchr. Zeit.
Diese Annahme stimmt also bis auf 2 Jahre mit dem von den angesehen-sten Chronologen, Petavius, Usher, Winer und Keil adoptirten Jahre975. Diejenigen, welche darüber hinaus bis zum Jahre 985 gehen, haben dienothwendige Reduktion der Mondjahre auf julianische Jahre nicht beachtet unddiejenigen, welche diese Zahl bis auf 960 oder mit Seyffart auf 950, mitReinisch noch weiter hinabgedrückt haben, sind meistens Aegyptologen, welchenach ihrer Berechnung die judäische Chronologie um eine so bedeutende Zahlvon Jahren verkürzen. In jüngster Zeit setzte Brandes auf Grund der assy-rischen Chronologie die Reichsspaltung gar erst 929 an.
Movers chronologischer Calcül lPhön. II, 1., S. 151 fg.), wonach derTempelbau um 969 und Salomo's Tod um 933 augesetzt wird, beruht auf un-erwiesenen Prämissen, nämlich auf Josephus' vager Angabe, daß der Tempelbauin Hiram's 12. Jahre begonnen habe, und auf Berosus' babylonischem Regenten-Kanon, der von Ptolomäus' Kanon wesentlich abweicht. Die Phönicische Chro-nologie kann nicht zum Ausgangspunkte genommen werden, sie bedarf selbstder Stütze.
Auf die ägyptische Chronologie braucht die judäische eben so wenig Rücksichtzu nehmen, da diese immer noch sicherer ist als jene. Bei dieser beträgt dieSchwankung im schlimmsten Falle 20 Jahre, bei jener dagegen um Tausendevon Jahren. Wuttke bemerkt in seiner Schrift, „Geschichte der Schrift und desSchriftthums" ll, S. 488 Aumerk.j: „Es setzen Menes' Anfang an: Henne