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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

daß bis dahin, d. h. die ganze Zeit der Richter und der Könige, die combinirtsJahresforin nicht im Gebrauche war. Die religiöse Zersplitterung in Folgedes Fortbestandes der Bamoth ließ es nicht dazu kommen. Das Gesetz non derFeier des Pascha innerhalb des Halmmonates ist bis zu Hiskija's Zeit nichtzur Ausführung gekommen. Das Jahr war ein reines Mondjahr von 354 Tagen.

Ganz anders scheint das Kalenderwesen im Zehnstämme-Reich gewesen zusein. Hier herrschte im Cultus ägyptische Sitte; denn der Stiercultus, denJerobeam I. eingeführt hat, war unstreitig ägyptisch. Dieser Cultus stand mitOsiris und der Sonne in symbolischer Beziehung. Höchst wahrscheinlich waralso hier das ägyptische freie Sonnenjahr eiugeführt; dadurch ist auch derJahresanfang geändert worden. Der judäische Kalender war demnach von demisraelitischen verschieden; das Jahr dauerte im Zehustämme-Neich um 11 Tagelänger, und die Regierungszeit der Könige von Israel schien gegen die derjudäischen Könige kürzer zu sein. Diese Differenz scheint besonders auf dieAngabe der Regierungszeit des Königs Jerobeam II. influirt zu haben. Dennder kalendarische Unterschied macht sich erst nach 33 Jahren bemerkbar, indem33 Mondjahre nur 32 Sonnenjahre (minus 2 Tage) zählen. Außer Jerobeamhat kein König von Israel so lange regiert. Dieser aber regierte nach demTexte 41 Jahre; diese Zahl mußte aber aus kritischen Gründen in 61 Jahreemendirt werden lnach Bunsen, s. o. S. 474). Trotzdem stimmt die Reduktionder beiderseitigen Zeitreihen nicht, es fehlen israelitischerseits zwei Jahre(vergl. Tafelst Diese 2 Jahre können aber durch die kalendarische Differenz er-gänzt werden. Jerobeam regierte 61 Jahre, nach längeren Sonnenjahreuberechnet. Die Regierungsjahre der synchronistischen Könige von Juda warenaber nach Mondjahren berechnet. Daher Ungleichheit. Da nun 61 Sonnen-jahre beinah 63 Mondjahre ausmachen, so stimmten die Parallelzeitreihen, die2 fehlenden Jahre sind dadurch ergänzt. - Jerobeam II. regierte demnach61 Sonnenjahre, aber 63 Mondjahre. Dadurch sind sämmtliche Differenzenin den Zeitreihen ausgeglichen.

Diese hier auseinandergesetzten Ausgleichungsmittel für die Chronologieder Könige sind größtentheils von verschiedenen Forschern in Vorschlag gebrachtworden. Nur hat der Eine mit dem einen, ein Anderer mit dem anderenMittel operirt, keiner derselben sie sämmtlich in Anwendung gebracht. Dadurchsind immer Differenzen geblieben. Nur wenn sie sämmtlich in Anwendungkommen, können sämmtliche Schwierigkeiten gehoben werden. Diese Mittel sindfolgende; 1. Offenbar corrumpirte Zahlen und Namen von Königen müssenkritisch emendirt oder eliminirt werden. 2. Die Regierungsdauer mancher Königemuß wegen offenbarer Plusdatirung verkürzt werden. 3. Zwischen Amazja'sTode und Usia's Thronbesteigung muß eine Anarchie von 1112 Jahren an-genommen werden. Diese Anarchie ist nicht blos chronologisch, sondern auchhistorisch belegt. 4. Ebenso ist eine Anarchie von 9 Jahren zwischen Pekach'sTod und Hosea's Thronbesteigung anzunehmen, ebenso chronologisch und historischbelegt. 5. Jerobeam's Regiernngsdauer muß um 20 Sonnenjahre oder um22 Mondjahre verlängert werden. 6. Eine Differenz der Jahresform bezüglichdes Anfanges und der Dauer muß zwischen beiden Reichen vorausgesetzt werden.