Note 19.
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war ein Festtag. Auf die Sonne ist keinerlei Rücksicht genommen. Wenn mandagegen geltend gemacht hat, daß das pentateuchische Gesetz die Gerstenreifeoder den Halmmonat p^xn wnn) für die Feier des Pascha-Festes vorge-schrieben hat, die Gerstenreife von dem Stand der Sonne abhängig ist undnicht in allen Jahren gleich sein kann, daß mithin eine Ausgleichung des Mond-jahres mit dem Sonnenjahre nothwendig gewesen sei, und daß also auch inJuda eine gebundene Mondjahresform eingeführt gewesen sein müsse, so hatman dabei das faktische Verhältnis; übersehen. Es ist historisch beurkundet,daß bis zur Hispanischen Zeit das Pascha-Fest niemals vom ganzen Volkegemeinsam gefeiert wurde, vergl. Könige II, 23, 22: nsss nwr: xl- 12MUIUM bxiwn ^ l-XIW'' !°x 122W ^Iwx nun;
Chronik II, 30, 26. Also auch zur Zeit David's und Salomo's ist das Pascha-Fest nicht so gefeiert worden. Das „So" muß verstanden werden. BisHiskija bestanden trotz des centralen Cultus in Jerusalem die Bamoth, wiewiederholentlich in den Büchern der Könige hervorgehoben wird. Diese Bamothwaren Cultusstätten für Familien oder Stammgruppen. Auch das Pascha-Lamm wurde vou verschiedenen Gruppen auf verschiedenen Bamothstätten ge-opfert; es gab keine Gemeinsamkeit der Feier. Auch die Gemeinsamkeitder Zeit für die Feier fehlte. Die Pascha-Lämmer wurden allerdings imFrühlingsmonate geopfert. Aber wer hat diesen Monat kalendarisch fixirt?Selbst wenn es eine Behörde dafür gegeben hätte — wofür es aber an jedemfaktischen Beleg fehlt — so wurde ihre Autorität von der Bevölkerung nichtrespektirt. Das Gesetz von der Feier dieses Festes zur Zeit der Gerstenreifeist also lange ein todter Buchstabe geblieben. Mit Hiskija's Reform ändertesich das Sachverhältniß mit einem Male. Er verbot auf das Strengste dasOpfer auf den Bamoth, kassirte mithin die Privatcultusstätten. Wer opfernwollte, mußte sich fortan nach Jerusalem begeben. Unter Hiskija wurde daherzum ersten Male das Pascha gemeinsam in Jerusalem gefeiert. Dazumußte ein bestimmter Tag anberaumt werden. Wie in der Chronik (auseiner alten Quelle) erzählt wird, hat Hiskija Tag und Monat für diese erstegemeinsame Feier bestimmt und zwar den 14. des zweiten Monats(Chronik, das. 30,15): wnnl- nrr" nr^nx^ NLLN Genau ge-
nommen will das sagen: Hiskija hat einen Schaltmonat eingeführt,wie es auch der Talmud sachgemäß aufgesaßt hat: zv'r? umpin,
„er hat Nissan zum Schaltmonat gemacht." Wenn der Chronist dafür einMotiv angiebt, daß das Volk oder die Priester am ersten Monat nicht levitischrein gewesen wären, darum habe die Feier verschoben werden müssen, so istdas auf Rechnung seines prononcirten Levitismus zu setzen. Genau genommenwill also die Geschichte von der Pascha-Feier unter Hiskija sagen, daß damalszum ersten Male dabei der Stand der Sonne oder des Gerstenwuchses berück-sichtigt wurde. Da die Gerstenreife noch im Rückstände und also der Halm-monat noch nicht eingetreten war, hat Hiskija die Feier um einen Monat späterverschoben, d. h. er hat das Mondjahr mit dem Sonnenjahr combinirt, kurzer hat das Einschaltungssystem (n:^ " 112 ") eingeführt. Wir werdenspäter auf dieses Resultat zurückkommen. Hier wollen wir nur constatiren,
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