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Geschichte der Juden.
Die Abgrenzung der Parallele der ersten Reihe ist längst gemacht worden.Die zweite parallele Zeitreihe ergiebt sich aus der deutlichen Angabe, daß Usia52 Jahre regiert hat, und das; Pekachja in dessen 52. Regierungsjahre getödtetwurde. DieWJahre Usias sind unanfechtbar, weil der Regierungsantritt mehrererisraelitischer Könige darauf reducirt wird: im 38. Jahre Usia's lKönigo II, 15, 8),im 39. Jahre Usia's <das. 15, 13 und 17), im 50. Jahre Usia's ldas. 15, 23),und im 52. Jahre Usia's ldas. 15, 27). — Die dritte Parallele ergiebt sich vonselbst, indem die letzte Zeit des Zehnstämmereiches bis zum Untergang Samaria'sso lange gedauert haben müsse, wie Jotham-Achas' Regierungszeit und noch biszum 6. Jahre Chiskija's, da angegeben ist, daß de? Untergang Samaria's imim 6. Jahre Chiskija's erfolgte (II. Könige 18, 10).
Diese drei synchronistischen Parallelen scheinen zuweilen gestört, indem aufden ersten Blick, wie schon angegeben, die Reducirung der Regierungsjahre deseinen Königs ans die des anderen nicht zu stimmen scheint oder Widersprücheergiebt. Eine sachgemäße, besonnene Kritik vermag aber die Jncorrektheitenzu corrigiren.
Nichts ist leichter als Zahlen zu emendiren, aber eine solche Emendation istauch bedenklich und unzuverlässig. Sie darf daher nur da vorgenommeu werden,wo offenbare Widersprüche sie gebieterisch erfordern, und wenn das dafür Sub-stituirte diese aushebt. Es wird von sämmtlichen chronologischen Forschern zu-gegeben, daß die Zahlen in den israel. Geschichtsbüchern öfter durch Zahlzeichenausgedrückt wurden und zwar aus der Zeit, als bereits die sogenannte assyrischeSchriftart eingeführt war. Sämmtliche alte Völker bedienten sich beim Copirenkurzer Zahlzeichen statt langer Zahlwörter, und warum nicht auch das Hebräische?Im Verlaufe der Untersuchung wird sich die Richtigkeit dieser Annahme Heraus-stellen. Dieses zugegeben, muß auch zugegeben werden, daß ein Verschreibenvon-Zahlzeichen, die mit einander Aehnlichkeit haben, wie i und ?, ferner :und dann -2 und v und Aehnliche, möglich sind. Jndeß muß es eine nor-mirende Controlle geben, wenn nicht solche mögliche Substitutionen in Willkürausarten sollen. Diese Controlle besitzen wir an der parallelen Königsreihe.Da nicht blos angegeben ist, wie lange ein König von Juda oder Israel regierthat, sondern auch in welchem Jahre des synchronistischen Königs er zurRegierung gelangt ist, so müssen beide Zahlen, die der Regierungsdauerund die des synchronistischen Regierungsantrittes mit einander stimmen.Stimmen sie nicht, so muß irgend wo ein Fehler stecken. Es wird sich im Ver-lauf Herausstellen, daß die Zahlen des synchronistischen Regierungs-antrittes oder die Reducirnngen unverfälscht sind, auch da, wo aufden ersten Blick ein Widerspruch zu walten scheint. Da, wo sie wirklich corrumpirtsind, hat ein anderer Text, die griechische oder syrische Version, eine richtigeLesart erhalten. Auch das 8oäsr OIum Rabbu, das aus dem zweiten Jahr-hundert stammt und sich mit der biblischen Chronologie beschäftigt, bietet hinund wieder eine bessere, d. h. zur Ausgleichung der Widersprüche geeignete Lesart.Die Reducirung des Regierungsantrittes eines Königs auf die Zahl der bereitszurückgelegten Regierungsjahre des synchronistischen Königs ist ein sicheres Mittel,die Widersprüche in den Zahlenangaben aufzuheben und bietet zugleich die Con-