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Geschichte der Juden.
Dieser erhielt auch den Namen zweite Stadt (bei der Erzählung von derProphetin Hulda angeführt, KönigeII, 22,14; Chronik 34, 22 und Zephania 1,10).Wo hat Salomo seinen großen Palast erbaut? Wo anders, als in der zweitenStadt d. h. in Millö. Das folgt zunächst schon daraus, daß es keinen andernStadttheil außer Zion gegeben hat, und noch dazu aus Könige I, 9, 24, wo esheißt: daß er seine Frau, Pharao's Tochter, ihren Palast beziehen ließ, als erMillö erbaut hatte, ni- n:: 1-8 i-8 ^ 78
8ii-sn N8 78 Man versteht erst dadurch, wozu der Bau des Millö
hier erwähnt ist, eben weil der Palast für die Aegypterin darin erbaut war.Daß ihr Palast neben Salomo's stand, ist vorauszusetzxn, folgt aber auch ausKönige das. 7, 8. Es folgt auch daraus, daß der Gatte der Prophetin Hulda,die in Mischneh wohnte, königlicher Kleiderbenäher war ^-8,
also in der Nähe des Palastes wohnte.
Die drei Hügel Jerusalems, von welchen Josephus in der nachexilischenZeit spricht, finden sich also auch, wie vorauszusetzen ist, in der vorexilischenZeit, nämlich Zion, Millö und Morija. Da der Letzte in der nachsalo-monischen Zeit stets 'n in oder '-npn in, der Tempelberg genanntivird, so kann sich (Jesaia 10, 32> ni-vn-n nr'IL '"NL n: nn i-n n-::'' nur aufden Zion und den zweiten Hügel Millö beziehen. So lange der Tempelnicht erbaut war, wohnten die aus Zion verdrängten Jebusiter auf Morija, eswar ein entsernt liegender Punkt. Sobald aber Salomo den Tempelbau unter-nahm, mußten diese von da weichen; es wird sich zeigen, wohin sie verwiesenwurden. Da zwischen Morija und Millö (Unterstadt eine Schlucht oder einThal ivar, so mußte, als der Tempel erbaut wurde, eine Brücke darüber ge-schlagen werden, welche von dem königlichen Palaste nach Osten zum Tempelführte. Diese Brücke und die voranssetzliche Tiefe wird ebenfalls erwähnt.Salomo machte einen Steg aus Sandelholz zum Palast und Tempel(Chronik II,9,11j: 'n ^ 2 " !°8
In der Parallelstelle König I, 10, 12 steht für nii-v?, was gar keinenSinn giebt. Das ivar der prachtvolle Stufengang, (tmi-r- oder ni-r'U, dendie Königin von Saba bei ihrer Anwesenheit bewunderte.
Nur wer über Jerusalems Lage aus Plänen und Büchern schreibt, ohnees gesehen zu haben, kann die Behauptung anfstellen, Salomo's Palast sei aufOphla erbaut, und von diesem Platze aus sei ein Stufengang zum Tempel air-gelegt gewesen. Die Ophla, wie Josephus zwei mal angiebt (a. a. O. u. V. 6, 1j,war südlich vom Tempelberge gelegen, bildete nur die allmälige südlicheAbflachung des Morija, ist noch jetzt nicht bebaut, liegt daher außerhalb derEinfassungsmauer und ist in der Mitte kaum 300 Fuß breit, noch schmälerim Süden, wo sie zur Siloa-Ouelle abfällt. Zwischen der Ophla und derehemaligen Tempelarea — mag diese mit dem Platz des Haram sich decken odermehr nördlich oder mehr südlich davon gelegen haben, — ist keine Vertiefung zubemerken, daß ein Steg darüber hätte angelegt werden müssen. Mit Recht
Scho» die älteren jüdischen Kommentatoren wie Raschi erklären N7V v-8'n um? Könige I, 10, S. Parallelst. Chronik II, 9, 1 als Stnfcngang, wie eS
auch nicht anders verstanden werden kann.