Druckschrift 
1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
Seite
453
Einzelbild herunterladen
 

Note 13.

453

bemerkt Robinson (Palästina II, S. 742):Weder jetzt noch ehemals war derschmale Rücken von Ophel südlich von der großen Moschee von Morija durchein Thal getrennt." Dis Ophla war vielmehr das gemeine Quartier, wo dieTempelsklaven, die Nethinim, wohnten (Nehemia 3, 26; 11, 21 si. Auf der Ophlawohnten auch die Salbenhändler (das. V. 31: s-'i-nirn ^2 ir),

eine wenig geachtete Menschenklasse zu jener Zeit. Als David vor Absalomfliehen mußte und von Zion aus ostwärts zog, machte er an einem Punkte Halt,um sein Gefolge an sich vorüber ziehen zu lassen, noch ehe er das Thal Kidronerreichte. Dieser Punkt wird durch ein unverständliches Wort bezeichnet:pni^n (Sam. II, 15,17). Es kann nur dann einen Sinn geben, wenn mandafür liest: oder r^npnn Platz der Salbenhändler, wie

r-,^. Wenn David zwischen Zion und Kidron Halt machte, kann esnur auf der Ophla geschehen sein. Zu David's Zeit haben also bereits Salben-händler sich in Jerusalem eingefunden und sich auf dem Rücken der Ophla an-gesiedelt. Später als der Tempel erbaut war, wies Salomo den Gibeonitendaselbst Wohnplätze an, wahrscheinlich auch den Jebusitern, welche früher aufMorija wohnten und ihn wegen des Tempelbaues räumen mußten.

Die Benennung Käsemacherthal (rrn-oTra,-!»- e/:«,,«/;), die nur beiJosephus vorkommt, und wofür es weiter keinen Beleg giebt, ist sehr ausfallend.Es muß auf einem Schnitzer beruhen, wie Akra für und wie Neustadt!"' 2 > für Gegenwärtig bemerkt man nur noch außer-

halb der Einfassungsmauer zwischen dem Zionsberg und der Fortsetzung der Haram-Area, also der Ophla, allenfalls noch innerhalb der Mauer im Südwesten desJudenquartieres eine Vertiefung, die bis zur Siloa-Quelle geht. Wie Josephusangiebt, trennte diese Vertiefung nicht nur die Oberstadt (Zion) von der Ophla,sondern auch jene von der Akra d. h. von dem Millö, dem zweiten Stadttheil.Diese Vertiefung muß sich also zuerst von West nach Ost und dann von Nordnach Süd geschlängelt haben. Sollte in der biblischen Literatur gar nichtsdavon erwähnt sein? In Zephanja 1, 10 werden mehrere Stadttheile Jerusa-lems genannt, über welche Wehe gerufen wird. 1. Zuerst das war

der weite Platz, nordwestlich von Zion, wo die von der Meeresgegend impor-- .tirten Fische feil geboten wurden iNehemia 13,16); der Platz entspricht dem Ein-gänge zu Jerusalem beim Jaffa-Thor. 2. n:n:sn 2 ) das war, wie wir gesehenhaben, der zweite Stadttheil, das Millö; 3. kann sich nur auf

Zion beziehen. 4. Daß dieses Wort einen Punkt in Jerusalem bedeuten

muß, haben die altenCommentatoren geahnt. Raschi erklärt piris riip-o,

das. Targum nimmt eine Anspielung auf den Kidron an. Allein dieser ist nichtMörser- oder Kessel-förmig. Vergegenwärtigt man sich, daß an einem gemein-es Die Worte teui'ti Chronik das. mit V. 20 oerglichen, haben den Schein erweckt,

als wenn der obere Kiinigspalast auf dem Terrain der Nethinim gestanden hätte. ES läßt viel-mehr eine Lücke verinuthen, wie weit diese gebaut haben. Dieser hohe Thurm, welcher vomoberen KönigSpalaste ausging, erinnert an Josephus' Angabe, daß im Osten des Hügels Akraein hoher Punkt war. welcher den Anblick des Tempels verdeckte, weshalb die Hasmonäer ihnhaben abtragen lassen.

2) Das sogenannte Dargnm ckonatlian erklärt das Wort durch was aber falsch ist.