Druckschrift 
1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
Seite
445
Einzelbild herunterladen
 

Note 12.

445

Machanaim, aber nicht zu weit davon entfernt; denn es heißt: nachdem Beide(Laban und Jakob' friedlich neben einander am Berge übernachtet hatten, seider Letztere am darausfolgenden Tage in Machanaim eingetroffen (das. 31,54;32,13). Vor der Versöhnung hatte jeder von ihnen an einem anderen Platzedie Zelte aufgeschlagen (das. 31, 25). rp- in- -rnx nx rpnnr'i-LN 1 N 2 . . . ''rnx. Diese Bezeichnung: Jakob hatte sein Zelt am Bergeund Laban am Berge Gilead, ist unverständlich. Gab es denn da nebendem Berge Gilead noch ein anderes Gebirge in der Nähe? Offenbar setzt dieschlechthinnige Bezeichnung -,n- einen bestimmten, bekannten Bergvoraus. Nun wird dieser Berg in V. 4849 genannt: -irr.' i-o- z- i-r'ri rr- i-xEs wird damit der Ursprung der Benennung vonGilead und Mizpah erklärt. Das Eine bedeute: Steinhaufen, -iri-r (oderaramäisch rrniin-' irch, weil Laban und seine Leute einen Steinhaufen zumZeugnis; zusammengetragen haben, und das Andere bedeute: Schauen, weilGott auf das Bündnis; schauen und den Uebertreter bestrafen möge. Es istschon von Anderen darauf aufmerksam gemacht morden, daß auch die Stein-säule welche Jakob zum Zeichen des Bündnisses aufgerichtet hatte

(V. 45), auf anspielt, wegen der Klangähnlichkeit. Darum wird V. 52

wiederholt: ir> nrn rrn ->r. Daraus geht mit Bestimmtheit hervor,

daß in dieser Erzählung Gilead (Galed) und auch Mizpah eine Rolle spielten.Laban wird mit Galed (Gilead) und Jakob mit Mazebah, Mizpah,in Verbindung gebracht. Wenn es also heißt: Laban hatte sein Zelt amBerge Gilead und Jakob am Berge aufgeschlagen, so ist unter dem letzterenMizpah zu verstehen, als wenn da stünde ->n^. Die Scene zwischen

Jakob und Laban spielte also bei Mizpah in Gilead oder kurzDieser Ort lag also nördlich vom Jabbok und Machanaim.

Sämmtliche topographischen Punkte, welche hebräisch NSL2 oder NLLÄbeißen, zeichnen sich dadurch aus, daß sie auf einer Höhe liegen und nach allenSeiten hin eine freie Aussicht gewähren. Es waren hohe Warten,von denen man den anrückenden Feind, von welcher Seite er auch kommenmochte,von ferne erblicken konnte, so Mizpeh oderMizpah Neby-Samwilnördlich von Jerusalem, wo Samuel Versammlung hielt und Saul gesalbtwurde, so am Hermon der hohe Punkt z'-o-.n nn- (Jos. 11, 3);

es ist die Bergwand am Fuße des Hermon, in der Tiefe Paneas, welche das. 8,!-:'p 2 genannt wird. Um also die Lage von Mizpeh-Gileadzu finden, müssen wir nördlich vom Jabbok eine freie Berghöhe suchen.Vorausgeschickt muß werden, daß Jakob auf seiner Reise sich soviel wie möglichin der Ebene gehalten hat; denn mit Kindern und Vieh ist das Reisen über dasGebirge außerordentlich beschwerlich. Sobald er das Jordan-Ghor erreicht hatte,hat er sich wohl in demselben gehalten, so daß ihm das Gebirge Gilead östlich,der Jordan westlich war. Nun giebt es in der Nähe des Jordan und nörd-lich vom Jabbok nur einen einzigen Punkt, der verdiente, hohe Wartegenannt zu werden; das ist das gegenwärtig bekannte Kastell LalütLuduä oder or-Ruduä (->--> i-x n^l-p), etwa 2 Stunden nordöstlich vomJordan. Der Felsen bildet einen Pik des Gebirges Aglun, nicht weit von