Druckschrift 
1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
Seite
387
Einzelbild herunterladen
 

Note 3.

387

passirten die Israeliten diesesMeer", das keine steilen Ufer hat, wie dasrothe Meer, und daher das Hinab- und Heraufsteigen keine Schwierigkeiten machte.Wer weiß, ob nicht v'y dasSchilfmeer", vie ursprüngliche Benennung fürdiese Binnenseen war; denn ist doch wohl nichts anderes als das Rohr-gewächs Sari, und dieses wächst nicht im rothen Meere selbst, sondern nurim Nil und wohl auch in den Seen, die durch die Kanäle Süßmasser aus demNil erhalten hatten.

Alles stimmt viel bester, wenn man den Durchgang durch einen der Seenim Norden annimmt. Die nähere Bestimmungzwischen l-NL-o und dem Meere"rst nach dieser Annahme nicht mehr störend, als nach der Hypothese, welche dieSpitze des Golfes als Durchgangspunkt aufstellt. Denn das Migdol der Bibel,das Magdalon bei Herodot und das Magdalum im Itinsrarinm ^ntonini lagganz im Norden, und eine andere berühmte Stadt dieses Namens ist.nichtnachgewiesen. Ein Maktl, das die Hieroglyphen-Jnschriften nennen sollen, istunbestimmt situiert und war jedenfalls nicht berühmt, und die Identification vonMigdol mit zwei koptisch und arabisch Maschtul genannten Städten wird vonvielen Forschern mit Recht verworfen. Möglich, daß die nähere Bezeichnungzwischen Migdol und dem Meere" nur die Richtung angeben will, wo dasWunder bei Pi-Hachirot vor sich gegangen ist, nämlich an der Ostgrenze vonAegypten, daß man die Localität nicht etwa in Westägypten, im Süden oderim Norden zu suchen habe; denn Migdol galt als der äußerste Nordost Aegyp-tens. Denn es läßt sich nicht denken, daß bei Pi-Hachirot, mag es welcheStadt auch immer bedeuten, noch eine Stadt gelegen hat. Damit stimmtallerdings nicht ganz das Stations- und Noutenverzeichniß in Numeri 33; alleindieses hat überhaupt einige Eigenthümlichkeiten, die enträthselt werden müssen.

Durchaus ungeschichtlich ist Ebers' Erklärung des Exodus durch die An-nahme,. daß die ägyptischen Könige der XIX. Dynastie, Sethos I., Ramses II.und sein Sohn Menephta eine lange Fortificationslinie mit Festungen imOsten von Pelusium bis zum rothen Meere angelegt Hütten, nicht nur, umsemitische Stämme von Aegypten abzuhalten, sondern auch um die bereits an-gesiedelten Fremden zurückzuhalten und sie nicht außer Landes ziehen zu lasten;das Gebiet, welches die Israeliten bewohnten, sei ein Zwing-Gosen undEtham sei eine der Bastionen gewesen. Garnisonen wären in den Festungengelegen, welche die Flüchtlinge nicht dnrchließen. Mose habe beim Auszugegewußt, daß es ihm schwer werden würde, die Fortificationslinie zu durch-brechen; darum habe er die Israeliten nach Aegypten zurückgeführt, um imSüden die Festungen zu umgehen lEbers Aegypten in der Bibel I. S. 78 fg.,durch Gosen zum Sinai S. 81. 95 fg.s. Aber an welchem Punkte hätte Mosedie Festungen vermeiden wollen? Waren doch nach Ebers zwischen den Bitter-seen und dem Golfe ebenfalls Festungen <S. 98) und, wie sich denken läßt,mit Garnisonen besetzt! Wäre es nicht eine Thorheit von Mose gewesen, umden Garnisonen auszuweichen, wieder nach Aegypten zurückzukehren, und zwarso weit ab nach Süden zu ziehen, um die Lage noch zu verschlimmern, nichtnur Festungen, sondern auch das Meer zwischen sich und der Freiheit zu haben?Ebers giebt zu, daß die Israeliten mit Erlaubnis; Pharao's, man sagt

25 *