Forscher an der Wasserstraße, freilich nicht östlich von Pithom-Patumos,sondern — wie wir kennen gelernt haben — westlich davon entfernt. Indiesen am Kanal gelegenen zwei Städten wurde Getreide aufgespeichert, eswaren Vorrathsstädte, Die geknechteten Israeliten mußten auch die Felder fürPharao bestellen, also Getreide anbauen (Exodus 1,14). Wenn die Aegypter fürPharao den fünften Theil ihrer Getreide-Erträge liefern mußten (Genesis 47,24 — 26 ), so haben wohl die Israeliten noch viel mehr abliefern müssen, odervielleicht Alles bis auf die Quantität, die sie zum Leben brauchten. Was hatPharao mit dieser Getreidemenge angefangen? Er ließ zunächst Vorraths-städte an einem Kanal anlegen, welcher das rothe Meer mit dem Nil verband.Von diesen Städten aus konnte der Ueberfluß an Getreide überallhin befördert,überallhin verkauft werden, einerseits nach dem Delta für die kanaanitischenLänder, andrerseits auf dem rothen Meere nach Arabien. In Zeiten der Miß-ernte wendeten sich alle Völker in der Nähe Aegyptens nach diesem Lande, umhier Getreide zu kaufen, Von den ältesten Zeiten an bis zur Zeit der Römerwar Aegypten die Kornkammer. Die Anlage von Pithom und Ramsesals Vorrathsstädte setzt die Verbindung des rothen Meeres mitdem Nile voraus. Diese Verbindung bedingt aber die Verlängerung desrothen Meeres um mehrere geographische Meilen nördlich vom Suezgolf. DieseVerlängerung reichte jedenfalls bis zur Nordspitze der Einsenkung der Bitterseen,möglicherweise noch weiter bis zur Vertiefung des Krokodilensees.
Kommen wir nach dieser Digression auf den Ausgangspunkt und unserThema zurück: An welchem Punkte haben wohl die Israeliten den Durchgangdurch das Meer genommen? Die Frage kann nach dem Vorausgeschickten leichterbeantwortet werden. Wenn zur Zeit des Auszuges die Wasserstraße, die Sethosoder einer der Ramessiden angelegt, noch bestanden hat, so konnten die Israe-liten gar nicht bis zum schmalen Streifen des Snezgolfes gelangen, denn erwar nicht vorhanden, er war mit dem Wasser in den Bitterseen zu einerWassermasse vereinigt, Bestand diese Vermischung nicht mehr, was auch mög-lich ist — denn in den zwei Menschenaltern, welche mindestens von der Er-bauung der Kanalstädte Pithom und Ramses bis zum Auszuge liegen, kannbei Vernachlässigung der Aufsicht leicht Versandung der seichteren Stellen inden Bitterseen eingetreten sein — so brauchten die Israeliten nicht bis zurSuezspitze vorzudringen, sie hatten auf dem Wege dahin ein oder zwei Seen,die sie eben so gut passiren konnten. Denn bei einer Versandung der Ver-bindungsstraße vom Golf bis zu den Bitterseen, wie der Zustand bis zurLesseps'schen Unternehmung eine geraume Zeit war, war eben in den Ein-senkungen der Seen und den der Timsah-Vertiefung Wasser zurückgeblieben,welches denselben die Gestalt von Binnen-Meeren gab. Die Araber nanntenauch Beide „Bahr" d. h, Meer, So oder so konnten die Israeliten mehrereMeilen nördlich von Suez einen dieser Seen auf wunderbare Weise passirthaben.
Bei genauer Betrachtung der Exodus-Verse ergiebt sich auch, daß sie nichtso weit südlich vorgedrungen sind, sondern an einem Punkte im Norden, nichtgar zu entfernt von ihren Wohnsitzen, das Wasser überschritten haben. In