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Geschichte der Juden.
Wenn irgend etwas in der Topographie des alten Aegypten sicher ist, so istes wohl die Lage von Patumos, wie sie Herodot angiebt, nämlich an dem Punkte,wo der Kanal in das rothe Meer mündete.
Aus Herodot's Beschreibung folgt auch, daß man zu seiner Zeit dasbewässerte Terrain, welches Strabo mit Bitterseen bezeichnet, ebenfalls alsrothes Meer bezeichnete. Denn sie lautet, daß der Kanal bei Patumos insrothe Meer einmündete. Es ist aber unmöglich anzunehmen, daß Patumosso weit im Süden bei Suez gelegen haben soll. Seine Lage ist vielmehr inungefähr gerader Richtung von Bnbastis ausgehend, am Ostende zu denken.Es lag also entweder an der Nordspitze der Bitterseen oder am Tim-sah see. Zu Herodot's Zeit haben also entweder die Bitterseen noch nicht existirt,der Suezmeerbusen hat sich vielmehr viele Meilen nördlicher erstreckt, dann müßteman annehmen, daß diese Seen sich erst später gebildet haben, als Versandun-gen eingetreten waren, welche die Meerestheile trennten — oder man hat dieBitterseen auch unter die Benennung einbegriffen, was wahr-
scheinlicher ist, da durch die Vereinigung derselben mit dem Golfe das Laien-auge keinen Unterschied bemerken konnte.
Auch aus der Angabe des Exodus folgt, daß zur Zeit des Aufenthaltesder Israeliten in Aegypten eine Wasserstraße vorhanden war, vom Ende desjetzigen Suezgolfes nördlich bis zum Nordende der Bitterseen, uud vonhier, vom Ostpunkte westlich gewendet, bis zum nächsten Nilarme. Es heißtvon den Israeliten, sie baueten Vorrathsstädte für Pharao, Pithom undRamses Was die Aegypto-
logen auch Vorbringen mögen, um das Wort ägyptisch zu machen, der
nüchterne Forscher kann sich davon nicht trennen, daß es ein regelrecht gebautes,hebräisches Wort, ans einem echten hebräischen Stamm gebildet, ist.bedeutet nichts anderes als „VorrathsHäuser", in welchen Getreide und Lebens-mittel aufgespeichert wurden. Vergl. Chronik.II, 32, 28 zAI
Vorräthe für den Ertrag des Getreides, des Weins und des Oels.In Deuteronom. 8,9 heißt es von Palästina: „einLand, in welchem Du nicht ausVorrathshäusern wirst Brod zu essen brauchen lwie in Aegyptens: xhvni- NI s-rxn NIIVII (daß N22VL2 eben so viel ist wie N22VÜ2 wird wohlnicht streitig gemacht werden). Also Pithom und Ramses waren Städte, worinGetreidevorräthe aufgehäuft lagen. Wir dürfen wohl fragen, wozu hat Pharaogerade Städte im Lande Gosen, so zu sagen in der Wüste, entfernt vom HerzenAegyptens, Getreidespeicher bauen lassen? Warum hat er sie nicht in der Nähevon Memphis, Heliopolis oder TaniS anlegen lassen? Durch die Ermittelungder topographischen Lage von Pithom-Patumos ist die Frage erledigt. Pithombildete einen Knotenpunkt der Wasserstraße, welcher vom Meerbusen(oder den Bitterseens zum Nil lief. An dieser Wasserstraße lag auchRamses. Uebereinstimmend nehmen die Forscher an, daß Ramses bei Abu-Kescheb lCheschebs jetzt Meschuta lag. Man hat dort einen Granitblockentdeckt, worin der Name Ramses sechsmal wiederholt ist. Dann hat Lepsiusunter Trümmern riesige Ziegel gesunden, welche einst die Umfassungsmauerneiner Stadt gebildet haben müssen. Ramses lag also nach der Annahme der