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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Note 3.

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1556 nicht ohne Gefahr zur Ebbezeit das rothe Meer passirt hat. Be-kannt ist, daß Napoleon I. während seines ägyptischen Krieges nur mit Noth zurEbbezeit die jenseitige Küste erreichen konnte. Auch Russegger versuchte 1838bei Suez den Durchgang und bemerkte, daß das zurückgebliebene Wasser denKameelen über die Kniegelenke reichte und ihren Gang ungemein erschwerteMeisen in ltnterügypten III, S. 25). Wunderlich ist es, wie Ebers sich nochbei der Hypothese der Ebbe beruhigen konnte (durch Gosen zum Sinai S.101>, da er selbst bemerkt, er würde es nicht gewagt haben, das Meer auchan der schmälsten Spitze zu passiren. Nein, mit der Annahme der Ebbe istdas Factum nicht erklärt. Das Allerschwierigste dabei ist, daß Pharao undseine Schaaren den Israeliten durchs Meer nachgeeilt sein sollten, ohne zu be-denken, daß die Ebbezeit vorüber war, und die Fluth um so gewaltiger dasBette bedecken würde. Etwas Wunderbares muß beim Durchzuge vorgekommensein, jedoch ohne die Schranken der Naturgesetze zu durchbrechen.

Robinson hat wohl das Richtige getroffen, daß die Schrift selbst dasMittel angiebt, wodurch der Boden für den Durchzug trocken wurde, nämlichdurch den Ostwind (Exodus 14, 20.)Der Herr ließ durch einen starkenOstwind das Master abfließen die ganze Nacht und machte das Meer trocken,und das Master theilte sich." Auch das Lied vom rochen Meere betont denWind als Faktor für das Austrocknen einerseits und das plötzlicheZurückströmen andererseits (das. 15, 810). Nun lehrt ein einfacher Blickauf eine gute Karte des Meerbusens von Suez, daß ein starker Nordostwind,der hier auf die Ebbe wirkt, das Wasser aus dem kleinen Meeresarm, der sichbei Suez vorbei hinaufzieht, sowie von dem Ende des Meerbusens selbst hin-ausdrängt.

So weit Robinson (kalasstina I S. 91 fg.). Die Lösung befriedigt abernicht ganz. Robinson selbst muß zum Winde noch die Ebbe zu Hülfe nehmen, weilohne diese der jetzt noch mindestens 700 Doppelschritt breite Wasterstreifen amNordende des Golfes durch den heftigen Sturm allein nicht hätte trockengelegt werden können. Dann ist aber nichts gewonnen. Der tiefe Meeres-schlamm kann wohl schwerlich durch den Sturm weggefegt, auch die andernHinderniste zum Passiren können dadurch nicht beseitigt worden sein.Dabei bleibt die unlösliche Frage bestehen, in wie fern hat Mose die Ebbezeitbesser berechnen können als Pharao und seine weisen Räthe? Man muß sich durch-aus entschließen, das Factum des Durchzuges ohne Zuhilfenahme der Ebbe zuerklären, ganz allein durch den von Nordost wehenden Sturm. Freilich aufden Meerbusen von Suez könnte der Sturm nicht diese Wirkung haben. Aberwas nöthigt denn anzunehmen, daß der Durchzug bei Suez stattgefunden habenmuß? Ist denn die Localität so bestimmt bezeichnet? Südlich von Suez aller-dings nicht, weil da der Golf immer breiter wird. Aber könnte es nicht nochweiter im Norden erfolgt sein? Du Bois-Aime stellte die beachtenswertste Ansichtauf, der Durchgang sei nicht bei Suez, sondern weiter nördlich an der Stelle,wo jetzt ld- h. damals) sich eine Sandbank befindet, (südlich von Agrud) vor sichgegangen. Diese Sandbank sei erst durch eine Untiefe entstanden (voseriptionI'I^M VIII p. 114 fg.). In der That kann der Durchzug nur auf einem