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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

holung der Aussprüche älterer Propheten ausgelegt werden. Aber das Factummuß betont werden, daß Jesaia nach der Zerstörung dieses Reiches durch dieAssyrier wiederholentlich von dem Einfall Sancherib's in Judäa mit großenHeerschaaren, von der wunderbaren Errettung des Reiches Juda und endlichvon dem plötzlichen Untergang des assyrischen Heeres prophezeit hat <10, 534;37, 67. 22-35). Auch Kap. 18 ist eine Prophezeiung auf dieses Factum,aber, wie cs scheint, von einem andern Propheten. Die Bewährung dieserProphezeiung, der Untergang des Sancherib'schen Heeres, ist nicht blos durchdie israelitischen Annalen, sondern auch durch Herodot <11, 141) beurkundet.

Micha war ein jüngerer Zeitgenosse Jesaia's und prophezeite zur Zeitdes Königs Hiskija lzwischen 711695), vom Untergang Jerusalem's ein Jahr-hundert vor dem Ereigniß Micha 3, 912; Jerem. 26,18). Aber noch mehr.Micha verkündete mit unzweideutigen Worten, daß dasExilskand der Judäer Ba-bylonien sein werde <4, 10):Kreise, Tochter Zion's, wie eine Gebärerin;denn bald wirst du hinausziehen aus der Stadt, wirst weilen auf dem Felde,wirst bis Babel kommen <h^2 "ir dort wirst du gerettet werden, dort

wird der Herr dich aus der Hand deiner Feinde erlösen." Das babylonischeExil erfolgte erst ein Jahrhundert später <586). Als Micha prophezeite, warBabel noch ein unbedeutendes Nebenland, das sich eben erst von Assyrien undauch nur auf kurze Zeit freigemacht hatte. An weitgehende Eroberungender Babylonier konnte nach menschlicher Combination damals Niemand denken,eben so wenig, wie man zur Zeit des Kurfürsten Friedrich von Brandenburg, alser sich zum König in Preußen machen ließ, hätte combiniren können, daß seinNachkomme in 170 Jahren Frankreich besiegen und Kaiser von Deutschlandwerden würde. Auch Jesaia verkündete dem König Hiskija 124 Jahre vorher,daß seine Nachkommen nach Babylonien transportirt werden und Eunuchen imPalaste, des Königs von Babel sein werden <39, 57). Bei Micha kommt nunder erstaunliche Umstand hinzu, daß er nicht blos die Transportation nachBabylonien, sondern auch die Rückkehr aus diesem Lande vorausverkündet hat.Also auch hier das Factum von einer in Erfüllung gegangenen Vorschau.

Die Transportation nach Babylonien mit den ihr vorangegangenen herzzer-reißenden Leiden sind mit ergreifender Anschaulichkeit in Deuteron. <28, 4968)geschildert. Das erobernde Volk ist nicht genannt, es wird blos angedeutet:Der Herr wird über dich ein Volk von ferne, vom Ende der Erde bringen, soschnell wie der Adler fliegt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehen wirst,welches den Greis nicht berücksichtigen und den Knaben nicht verschonen wird."Mag das Deuteronomium, wie die Kritik annimmt, erst zur Zeit Josia's ver-saßt worden sein, um 620, so ist der Ersolg doch erst ein ganzes Menschenalterspäter eingetroffen 34 Jahre und hier ist es mit einer Zuversichtlichkeitverkündet, wie man regelmäßige Witterungsveründerungen voraussagt. Damalswar Nebukadnezar, der Zerstörer Jerusalem's, noch jung; sein Vater Nabo-Polassar trieb nicht Eroberungspolitik, er wurde vielmehr von Pharao Nechoangegriffen. Hätte dieser gesiegt, so wäre die ganze Constellation ganz andersausgefallen. Es ist also auch dieses entschieden als eine später eingetroffeneprophetische Vorschau anzuseheu.