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Geschichte der Juden.
Die erste Schrift erzählt, wie ein gewisser Micha auf demGebirge Ephraim sich ein Götzenbild gemacht und zuerst seinenSohn und dann einen Leviten Jonathan, einen Enkel Mose's,zum Priester dabei angestellt hat, und wie answandernde Danitendas Götzenbild sammt dem Priester eigenmächtig und taub gegendie Widersprüche des Eigenthümers entführt haben. Die Neben-umstände zeugen auch von häßlicher Gesinnung. Das Silber, worausdas Götzenbild verfertigt wurde, hatte Micha zuerst seiner Muttergestohlen, aber weil die Mutter einen Fluch über den Dieb aus-gesprochen, sah sich der Sohn veranlaßt, es ihr wieder zu erstatten,worauf es die Mutter zu einem Götzen widmete. Dieses durcheinen Diebstahl entstandene Götzenbild wurde in Dan aufgestelltund von den Daniten die ganze Richterzeit hindurch angebetet, dieNachkommen des Leviten Jonathan fungirten bei demselben alsPriesters.
Wie die erste Erzählung den plumpen Götzendienst brandmarkt,so die zweite die noch größere Schandthat der Einwohner vonGibea, der Residenz Saul's. Ein Levite, welcher seine ihm entlau-fene Frau aus Bethlehem zurückbrachte, suchte für die Nacht einUnterkommen in Gibea, aber Niemand mochte ihm gastfreundlicheHerberge gewähren. Nur ein Fremder, der in Gibea wohnte,erbarmte sich seiner und der Frau. Aber in der Nacht versammel-ten sich sämmtliche Einwohner von Gibea, um den zugewandertenLeviten zu tödten. Als ihnen, dessen Weib zur Beschwichtigungihrer Aufregung überliefert wurde, befriedigten sie ihre Lust so
der salomonischen Zeit verfaßt sein, da sic auch die Bethciligung der danitischenStädte an Scheba's Aufstand so. S. 290) geißelt, und dieser erst, wie schon er-wähnt, in David's Alter vorfiel. Indessen, so sehr sich auch in der Unbestimmt-heit der Localitäten, in der Ucbertriebenheit der Zahlen und auch in der un-historischen Einmüthigkcit der Stämme der fictive Charakter beider Erzählungenzeigt, so muß doch beiden ein historischer Kern zu Grunde liegen. Auf dieSchandthat in Gibea spielt der Prophet Hosea öfter an. Die Auswanderungder Daniten ist historisch, auch ihr Götzcncultus muß faktisch gewesen sein. Nurdie näheren Umstände sind in der Erzählung tendenziös geschildert.
i) Richter 17, 2 kann npi- nur „stehlen" bedeuten. Vers 4 nx . ..i-oxi- pvvn ist eine Dittographie von Vers 3; -ch nnsi kann nur
bedeuten, wie die syrische Version den Sinn wiedergiebt: ns- njiizs XLNn,d. h. ns- nnLi. Daraus folgt ebenfalls, daß Micha das Silber seiner
Mutter gestohlen hatte.