Die geschichtliche Darstellung.
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Ursprung der Stadt Dan nach. Bei der Gründung ihrer Colonicin der Richterzeit hat Dan offne Gewaltthütigkeit und Raub sich zuSchulden kommen lassen und noch dazu Götzendienst getrieben.Einen Götzen haben die Daniten verehrt bis zu Ende der Richter-zcit, und ein Levitc hat bei demselben gegen Gesetz und Herkommendas Priesteramt versehen. Das ist der andeutende Hintergrunddieser beiden Schriften; es sind höchst künstlerisch angelegte Erzählungen,um in dem harmlosesten Tone mißliebige Stämme und Städte unddie ganze Wildheit der Richterzeit zu brandmarken und leise anzu-deuten, um wie viel segensreicher und sittlicher das Königthum dieöffentlichen Zustände gestaltet hat^).
Daß die Erzählung von der Schaudthat Gibea's (Richter 19—21) eineTendenzschrift ist, um die Zuchtlosigkeit der Richterzeit zu geißeln, haben bereitseinige Ausleger erkannt und diese Tendenz in der, im Anfang und am Endehervorgchobencn, Bemerkung: b: w^x -st-a -^x
N-rn gefunden. Güdemann hat aber mit Recht nachgcwiesen, daß noch
eine andere Tendenz darin vorwaltet, die Stadt Gibea, die Bcnjami-niten, die Anhänger Sanl's und die Stadt Jabesch-Gilcad der Ver-achtung prciszugeben (Frankel-Graetz, Monatsschr. Jahrg. 1869, S. 377 fg.>. Daßaber die vorangehende Erzählung (Richter 17—18) von Micha's Götzcnthumund der Gewaltthütigkeit der Daniten ebenfalls eine Tendenzschrift ist, hatNiemand erkannt. Und doch hat diese mit der anderen auffallende Analogie. Auchdiese erwähnt zweimal j:: v.^x z^x "NN
(17, 6; 18, 1s. In beiden ist das Gebirge Ephraim ohne genaue Angabe derLocalität erwähnt. In beiden wird Bethlehem, David's Geburtsort,mit einem rühmenden Zug erwähnt (17, 8 fg.; 19,1.18). Juda hat die Führer-schaft im Kriege gegen Gibea (20, 18); dieser Stamm wird also im Gegensatzgegen Benjamin hingestellt. Da nun Beide Nachträge zum Buche der Richterbilden, so ist die Charakterglcichheit Beider erwiesen. Der Verfasser oderRedakteur des Buches der Richter hat beide Schriften vorgefunden und sie alsAnhängsel dem Buche cinvcrlcibt. Sic müssen also als gleiche Schriften ange-sehen werden. Daß die Zweite erst in späterer Zeit verfaßt wurde, folgt daraus,daß, obwohl die Geschichte noch zu Pinehas' Zeit spielen soll (20, 28), als dieDaniten noch nicht die Stadt Dan im Norden colonisirt hatten, dennoch an-gegeben wird: die Stämme vereinigten sich gegen Gibea von Dan bis Beerseba(20,1). Als Sammelpunkt wird Mizpah angegeben, das erst unter SamuelBedeutung erhielt. Diese Schrift kann entschieden erst zu Salomo's Zeit verfaßtsein, da Scheba erst zu Ende der davidischen Rcgierungszeit eine Empörungvcranlaßte (o. S. 288) und da Schimi, der Benjaminite noch gefürchtet war(Könige I, 2, 36). In der nachsälomonischen Zeit, als Benjamin eng mitInda verbunden war, lag keine Veranlassung vor, die häßliche Vergangenheitjenes Stammes zu brandmarken. — Die erste Schrift kann ebenfalls nur inGraetz, Geschichte der Juden. I. 2Z