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Geschichte der Juden.
solche Verworfenheit jXobalüb) unter dem Königthum nicht möglichsei. Nebenher hatten diese scheinbar harmlosen Erzählungen, an-geblich aus der Richterzeit, noch eine andere Absicht im Auge.Das von David begründete Königthum hatte heimliche Feinde imStamme Benjamin, der nicht vergessen konnte, daß er unter Saul dieHerrschaft ausgeübt hatte, und daß diese ihm von dem Stamme Judaentrissen worden war. In der ehemaligen Residenz Saul's, in Gibea,hat es ohne Zweifel Unzufriedene gegeben, die auf den Augenblicklauerten, den Kronenraub des Hauses David an ihm zu züchtigenund die Herrschaft wieder an Benjamin zu bringen. Gibea, eine Zeitlang Mittelpunkt des Landes, war nämlich durch die Erhebung Jeru-salems zu einem gewöhnlichen Landstädtchen herabgedrückt. Wie Schelmaus der benjaminitischen Familie Bichri die Verwirrung unter Davidbenutzte, um die Fahne der Empörung aufzupflanzen und zu rufen:„Wir haben keinen Antheil an David" so. S. 288), so mochtenunter Salomo Manche davon träumen, bei günstiger Gelegenheitdem Hanse David die angemaßte Herrlichkeit wieder zu entreißen.Eine der beiden Flugschriften legte es daher darauf an, die StadtGibea zu brandmarken, ihre ehemaligen Frevelthaten in Erinnerungzu bringen und sie in starken Farben aufzutragen, um die Nnwür-digkeit dieser Stadt offenkundig zu machen.
Die Einwohner Gibea's haben, nach der Darstellung dieserFlugschrift, in alter Zeit Frevel auf Frevel begangen, einemwürdigen Mann die Nachtherberge versagt, dessen Frau geschändetund sich gegen ganz Israel gewaffnet, um die in ihrer Mitte weilendenMissethäter zu schützen, und diese Stadt sollte je wieder Mittelpunktwerden und ganz Israel beherrschen! — Nächst Gibea wird auchdie gileaditische Stadt Jabesch gegeißelt, sie, welche so treu zu Saulgehalten hat. Ganz Israel hatte sich versammelt, ,um die Schandthatvon Gibea zu züchtigen, nur die Einwohner von Jabesch hatten sichnicht dazu eingefunden; sie hatten also die Schandthat gebilligt undwurden daher auch mit Recht in die Strafe, die Gibea traf, hinein-gezogen. Es sollte ein Wink für die treuen Anhänger Saul's sein.
Als Scheba das Volk zur Empörung gegen David aufgerufenhat, fand er lediglich unter den nördlichen Daniten Aufnahme undSchutz jo. S. 290). Diese Daniten hatten also ebenfalls Anhäng-lichkeit an Saul's Haus und Abneigung gegen David gezeigt. Siegeißelt daher die andere Schrift und weist den wenig rühmeüswerthen