Geschichte der Juden.
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Frage. „Drei Dinge sind mir wunderbarUnd ein viertes verstehe ich nicht?"
Antwort. „Der Weg des Adlers in Himmelshöhen,
Der Weg der Schlange auf dem Felsen,
Der Weg des Schiffers ans des Meeres FlächeUnd der Weg des Mannes bei der Sklavin."
Auch die fünfte Sentenz, die dunkelste von allen, scheint defekt zu sein, wennman die griechische Version mit dem Original vergleicht und den unregelmäßigenBau des Parallelismus betrachtet. — Vers 19 tirai-r» ist sticht Jungfrau, sondernSklavin <wie Ainos 2, 7), mit welcher der Herr und Besitzer Unzuchttreiben kann, ohne daß cs kund wird. — Merkwürdig ist es, daß in der indischenFabclsammlnng Uitopnässg. eine mit der ersten in den Sprüchen analogeSentenz vorkommt (Buch II, Fabel 9). Dort ist sie in eine Erzählung eiuge-flochtcn von einer ehebrecherischen Frau, welche zugleich mit dem Vater und demSohne Unzucht trieb. Darauf wird ein Uebcrgang gemacht, nach Max Müller'sUebersetzung (S. 90): „es ist bekannt", nach Wilkins' und Lancereau'sUebersetzung: ussoräinK to tllsss sa^inAS, oder on a äit, jedenfallsmit Berufung auf einen bekannten Spruch. Die Sentenz selbst lautet nachM. Müller's Uebersetzung:
„Das Feuer hat nie genug Holz,
„Das Meer nie genug Wasser,
„Der Tod nie genug Geschöpfe,
„Eine Schönäugigc nie genug Männer."
Ganz gleich sind die beiden Sentenzen keineswegs, die indische betont amstärksten die Brunst der Frau, während die hebräische dieses Glied nur durch zweiWörter andeutct: l-nn "Mi. Das Hitopadesa spricht vou der Unersättlichkeitdes Meeres, und Mischle heben die Unersättlichkeit des Erdbodens hervor:o''« N 22 W Die Frage über die Entlehnung kann nicht zweifelhaft
sein, da das Hitopadesa ein mindestens um tausend Jahre jüngeres Produktist. Denn es ist viel jünger als die Fabelsammlnng Uantsosta-Tantra; cshat die in dieser enthaltenen Fabeln benutzt und Sentenzen daran angeknüpft,wie M. Müller bemerkt (das. Einleitung). Uantsolia-Tantra ist erst im fünftenJahrh. nachchristl. Z. entstanden, wie Lancereau in der Einleitung angiebt:Uantselia-Tantra, rseusil plus anoisn, Isgnsl a äü rsssvoir sa tormoastustls vors In Lu ein V. 8isels äs I'srs vkirstisnns, st a ätü traänit än8anserit sn Uslllvi äaus In prsmisrs inoitiä än VI. 8. Folglich ist dasHitopadesa, welches die ältere Sammlung benutzt hat, noch jünger. Mischledagegen, selbst die jüngsten Bestandtheile, sind nicht jünger als das babylonischeExil, also als das sechste vorchristl. Jahrh. Der hebräische Dichter kannalso keineswegs die Sentenz einem indischen Dichter entlehnt haben. Weit eherist es denkbar, daß der Spruch durch Araber oder gar Juden den Indern be-kannt geworden ist, und in Indien eine Modifikation erfahren hat. — Einereinzigen Quelle entstammen jedenfalls beide, denn die große Ähnlichkeit schließtein zufälliges Zusammentreffen aus.