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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

sucht und nach dem Beispiele der benachbarten Höfe viele Weiberin ihren Frauengemächern, wie es auch nur die Könige waren,welche mit der Ehe ein Spiel trieben. Saul entriß seine Tochterdem David, als er ihn zu hassen begann, und übergab sie einemandern Manne, und David hatte kein Bedenken, sie diesem zweitenGatten wieder zu entreißen. Die Stellung der israelitischenFrauen war durchaus nicht niedrig und sklaveuähnlich wie bei vielenVölkern des Alterthums und bei einigen jüngern der gegenwärtigenZeit. Es gab keine Frauengemüchcr^) in llen Häusern, worindie Frauen, eingekerkert wie bei den Griechen, hätten weilen müssen.Sic durften sich vielmehr auch außer dem Hause frei bewegen.Jungfrauen führten zur Zeit der Weinlese öffentlich Tänze auf(o. S. 105). Abi gal, die schöne Frau des Karmeliteu Nabal, rittDavid entgegen, um seinen Zorn zu beschwichtigen so. S. 204). Beider Heimkehr Saul's und David's von ihren Siegen zogen ihnenFrauenchöre entgegen und saugen Loblieder. In Folge der freienStellung der Frauen konnten einzelne Hervorragende unter ihnenan dem Geschicke ihres Volkes Theil nehmen. Zu der prophetisch-dichterischen Debora kamen die Aeltestcn des Volkes und baten,sie mit ihrem Geiste zu erleuchten. Die kluge Thekoerin trug demKönig David eine Parabel vor, um ihn zur Aussöhnung mit seinemSohne geneigt zu machen. Eine Frau in der Stadt Thebez undeine andere in der Stadt Abel machten dem Bürgerkriege ein Ende,und die von Abel sprach zu den Männern von der Mauer herab

von zwei Frauen (Deutcronom. 21,15 fg.) bezieht sich auf einen König. Auchunter den alten Germanen war bei den Herzögcn die Polygamie Sitte, wie Tacitusin der Germania (18), diesem idealisirten Sittcnspiegcl, den er den verderbtenRömern verhielt, schilderte: dlam props soll barbarorum (Mrmnni) sinAutisnxoribns oontenti sunt, sxosptm acimoclum imucüs gni non libillino, soll obnobilitatem plurimis uuptiis ambinntur. Die Monogamie war also bei denIsraeliten, wie bei den Germanen noch vor der Entstehung des Christenthumsstehende Regel. Man ist also nicht berechtigt, die Israeliten bezüglich der Stellungder Frauen in einen Topf mit den Orientalen zu werfen, lieber die unterge-ordnete Stellung der Frauen bei Griechen und Römern und auch noch bei denDeutschen bis tief in das Mittelalter hinein, vergl. Prof. Marqnardsen,das Recht der Frauen, Augsburg, allg. Zeit. Beil. No. 253,254

h Wenn rww:ti im Esther vorkommt, so gehört die Sitte den PersischenKönigen an. Nur einmal ist ein Fraucngcmach angcdeutet, Ps. 128, 3

aber dieser Ps. ist jung und reflektirt nachexilische Zustände.