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Geschichte der Juden.
wurden daher auch Miethlinge genannt (Ksollsrim). Eine solcheunterdrückte Volksklasse ist dem Staatswesen immer nachtheilig,über kurz oder lang zernagt sie den Fugenbau desselben.
Neben diesen Hintersassen sammelte sich unter David und nochmehr unter Salomo eine Klasse Ausländer, Eingewanderter,Fremdlinge (6srim), welche sich dauernd im Lande Israel ansiedel-ten. Die Handelsverbindungen, der Wohlstand des Landes, dieSicherheit des Daseins durch den langen Frieden unter Salomo'sRegierung zogen nahe und entfernte Nachbarfamilien, Moabiter,Ammoniter, Jdumäer, auch Aegypter^ ins Land. Wahrscheinlichhat auch die eigenthümliche, dem Götzenthum überlegene Gottesver-ehrung der Israeliten, welche im Tempel zu Jerusalem eine glänzendeStätte gefunden hatte, geistesgeweckte Ausländer angezogen, daranTheil zu nehmen, sich unter den „Flügeln des Gottes Israel" zubergen. Das Land, das Volk und der Gott Israelis waren unterSalomo weit und breit bekannt. Die israelitischen Seefahrer,welche so viele Hafenplätze, Küstenländer und Märkte berührten,und die israelitischen Kaufleute, welche mit dem Auslande in Ver-kehr traten, brachten den entfernten Völkern und Zungen Kundevon ihrer Heimath. Der Ruhm des weisen, mächtigen und glanz-vollen Königs Salomo war zu seiner Zeit weit verbreitet. Erhob in den Augen der damaligen Welt den Ruhm des Gottes, dener verehrte, und zu dessen Ehre er einen so prachtvollen Tempelerbaut hatte. Die israelitischen Seefahrer und Kaufleute warenunbewußt die ersten Sendboten und Verkünder von dem GotteJsrael's an die götzendienerischen Völkerschaften. Eines Tages wurdeJerusalem von einem merkwürdigen Besuche überrascht. Eine weiseKönigin aus dem gewürzreicheu Lande Sabäa (Saba, Schebä),welches an der arabischen Küste des rothen Meeres lag und vonden israelitischen Seefahrern besticht wurde, kam einst mit einemgroßen Gefolge nach Jerusalem, weil sie von dem Ruhme Salomo'sund dem Namen des Gottes Jsrael's so Außerordentliches ver-nommen hatte. Sie wollte sich mit eignen Augen von der Wahr-heit oder Unwahrheit der in ihr Ohr gedrungenen Gerüchte über-zeugen. Mit Aufmerksamkeit von Salomo empfangen, hatte dieKönigin von Saba (die Sage nennt sie Belkis^) vielfache
p Vergl. Deuteronom. 23, 4 fg.
2) Koran Sura 47.