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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

Wohnsitz Dir, o Gott! eine Stätte für Dein Bleiben für immer" ff.Der Moriaberg erschien dadurch wie der Berg Sinai, auf dem sichGottes Stimme aus einer dichten Wolke offenbart hatte. Mit ehrfurchts-vollen Blicken betrachtete das Volk seitdem den Tempel, als sichtbarenSitz Gottes, der auch Himmel und Erde fülle. Bon hier aus erwar-tete es zuverlässige Verkündigungen für den Weg, den es zu wandelnhaben wird. Von den beiden Cherubim aus, welche die Bnndes-lade mit den Gesetzestafeln schützend beschatteten, werde Gott zuseinen Dienern sprechen, wie er zu Mose vom Sinai gesprochen.Ein Prophet, der anwesend war (vielleicht Achija aus Schilo), ver-kündete dem König Salomo im Namen Gottes:Wenn Du inmeinen Gesetzen wandeln, meine Vorschriften thun und meine Ge-bote befolgen wirst, so werde ich meine Verheißung erfüllen, die ichDavid, Deinem Vater, gegeben. Ich werde in der Mitte der SöhneJsrael's weilen und mein Volk nicht verlassen" 2).

Freudig beging damals das Volk das Herbstfest, welches mitder Einweihungsfeicr zusammenfiel. Der Eindruck dieses Tempels,der glänzend von Gold und Erz, einfach im Bau und erhaben ohneBildniß einer Gottheit, aber von ihr unsichtbar umschwebt, dastand,war tief und dauernd.Das Haus Gottes" es liegt ein Wider-spruch in der Gedankenverbindung dieser beiden Begriffe, der auchspäter erkannt wurde,das Haus Gottes" gab einen Anhalts-punkt für die flatterhafte Phantasie, die sich das Geistige nichtohne eine sinnlich faßbare Hülle vorstellen kann. Das Hans Gottes,wo Jhwh inmitten seines Volkes weilt und sich kundgiebt, oderauf das sein Name genannt wurde, es wurde im Verlauf der Zeitdas Herzblatt des Volkes. Nicht mehr wurde die Bnndeslade inden Krieg mitgeführt, um Siege zu erwirken, aber bei Kriegen wiebei jeder Plage, die das Land traf, wandten sich die Gemüther zumTempel auf Morija, um die dort verehrte unsichtbare Gottheit umAbwendung des Unglücks anzuflehen 3). Der Tempel wurde der

0 Könige I, 8, 1112. Die Stelle steht im Zusammenhänge mit Levi-ticns 16, 2.

2) Das. 6, 1213. Nur diese beiden Partien inämlich diese V. V. und8, 1113j, welche von den Partien der Gebete getrennt, kurz gehalten sindund wie versprengt aussehen, sind unzweifelhaft echt aus dem SalomonischenEinweihungsakt. Ein späterer Psalmist aus dem davidischen Hause beruft sichans diese Verheißung Ps. 132. Zu Könige 8, 13 vergl. Exodus 16, 17.

3) Folgt aus Könige I, 8, 30-52.