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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

Festen das Mahl durch Aufgeben und Lösen witziger Räthsel zuwürzen i). Auch Könige verschmähten es nicht, sich mit solchenWitzesspielen zu unterhalten. Salomo besaß demnach einen außer-gewöhnlichen Geist.

Nichts desto weniger hat er manche Fehltritte begangen. Diemeisten derselben entsprangen aus seiner Ueberschätzung der Königs-würde. Von den Königen der Nachbarstaaten, den von Tyrusund von Aegypten, mit denen er in regem Verkehr stand, eigneteer sich den für einen Sterblichen vermessenen Hochmuth an, daßder König Seele, Mittelpunkt und Inbegriff des Staates sei, daßvon ihm allein Alles ausgehen müsse, daß das Volk gar nichtsbedeute, daß jede Unternehmung und Handlung nur Werth habe,wenn sie vom Kronenträger gut geheißen sei. Die Person desKönigs, der Träger der Majestät müsse in Allem den Ausschlaggeben, und sein Wille sei Gesetz. An diesem Steine des Anstoßesstrauchelte Salomo's Weisheit. Des Propheten Samuel's Warnungbei der Wahl eines Königs erfüllte sich mehr noch durch denweisen König als durch dessen Vorgänger.

Unglücklicher Weise war Salomo ein jüngerer Sohn, dem dieThronfolge wider das Gewohnheitsgesetz zngefallen war, währendsein Bruder Adonija, den eine Partei bereits zum König aus-gerufen hatte so. S. 296), in den Augen der Menge als recht-mäßiger Erbe galt. So lange dieser lebte, war Salomo's Regie-rung nicht fest, oder er fühlte sich nicht sicher. Adonija mußte daherbeseitigt werden. Der Anführer der Leibwache, Benajahu, drang indessen Haus und tödtete ihn. Zur Entschuldigung dieser blutigenThat wurde erzählt: Adonija habe um die Hand der jungen WittweDavid's, der schönen Sunamiterin Abischag, angehalten und dadurchseine verrätherischen Gedanken zu erkennen gegeben, seinem Bruderden Thron streitig zu machen. Sobald dieser gefallen war, ahnteJoab, daß ihm, als ehemaligem Parteigänger Adonija's, ein gleichesGeschick bevorstand. Der hochverdiente Feldherr, welcher so vielzur Machtvergrößerung des Volkes Israel und zum Glanze desHauses David geleistet hatte, eilte hilfeflehend, wie ein Verbrecher,

h Könige I, 10; vergl. Richter 14, 2 fg. Josephus erzählt (das. 5, 3) lautSchriften von Menander und Dios, daß Salomo sich mit Hiram durchRäthselfragcn unterhalten und daß ein junger Mann Abdemon die Räthselgelöst und Salomo besiegt habe.