Tempelbau beabsichtigt.
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geworfen, und Joab hob darauf die Belagerung auf, entließ dieMannschaft und kehrte nach Jerusalem mit der Siegesbotschaft zurück.Widerwillig mußte ihn David in dem Feldherrnamt belassen^.
Geläutert war David in seine Hauptstadt zurückgekehrt. Fürfeine Sünden hat er zwiefach gelitten und gebüßt. Er hatte dasWeib eines seiner treuesten Diener heimlich geschändet, sein eignerSohn hatte seine Weiber geschändet. Er hatte Urija's Blut ver-gießen lassen, Blutströme flössen in seinem eignen Hause undhätten ihn beinahe verschlungen. Er hatte trübe Erfahrungen gemacht,wie wenig selbst ein milder König auf des Volkes Liebe bauenkann. Seine umfassenden Pläne, einen großen Krieg zu unter-
nehmen, waren gescheitert. Er beschränkte sich daher im beginnen-den Alter in den letzten Jahren seiner Regierung auf die Thätigkeitim Innern. Einen Gedanken, der lange in seiner Seele gelebt habenmag, wollte er vor seinem Tode noch verwirklichen. Dem GotteJsrael's, welcher ihn von so vielen Nöthen gerettet hatte, gedachteer einen herrlichen Tempel zu erbauen 2).
David gedachte zunächst mit dem Bau eines festen Tempels seineDankbarkeit gegen Gott zu bekunden. Zugleich konnte ein solcherzur Befestigung im Innern beitragen. Jerusalem hatte als Haupt-stadt noch nicht feste Wurzeln im Gemüthe des Volkes gefaßt. Alspolitischer Vorort machte ihm noch Sichem den Rang streitig, undselbst im Stamme Juda behauptete Hebron noch immer, wennnicht den Vorrang, so doch die Ebenbürtigkeit. Als religiöser Mittel-punkt war ihm Gibeon überlegen, wo Saul einen großen Altar
t) Nicht zufällig ist das Bcamtenvcrzeichniß David's das. 20, 23 fg. wieder-holt, es will offenbar angeben, daß Joab geblieben ist, was er früher war-^ 2 . König I, 1, 25 wird er noch mit seiner Würde Feldhauptmannaufgeführt. David hat ihn in seinem Amte belassen oder belassen müssen.
2) An das Projekt des Tempclbaues konnte David nicht eher denken, als nach-dem eine Stätte dafür gefunden, gewissermaßen prädestinirt war, nämlichMorija, und diese Stätte wurde ihm erst in Folge der Pest zugewiesen. Diesebrach bei der Volkszählung und kurz vor Absalom's Empörung ans ko. S. 270).So ist auch in Sam. II, 7,1 angegeben, daß erst als David Ruhe vor allenseinen Feinden rings umher hatte, er das Projekt rcalisiren wollte; rw:w'^8 2 ^ 222 , d. h. erst nachdem er auch von Absalom's Empörung und
dem darauf folgenden Bürgerkriege durch Scheba Ruhe gewonnen hat. DerVerfasser von Samuel II. hat aber an die Geschichte von der Uebersiedelungder Bundeslade nach Jerusalem die Geschichte des projektirten Tempelbauesangereiht, vergl. Note 8; aber chronologisch gehören sie nicht zusammen.
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