288
Geschichte der Jude».
Diese Rangfrage artete in einen heftigen Streit aus, die Judäergaben herbe Antworten und kränkten die Nordstämme noch mehr.Es entstand eine Erbitterung der streitenden Parteien. David
scheint sich ans die Seite der Judäer geneigt zu haben. Ein Benja-minite Scheba aus der Familie Bichrist benutzte darauf dieVerwirrung, stieß ins Horn und rief: „Wir haben keinen Antheilan David und kein Loos an Jsai's Sohn, ein Jeder von Israeleile in sein Zelt!" Diesem Aufrufe folgend, entfernten sich die
Aeltesten der Nordstämme und zogen dem Bichriten Scheba nach.Nur die Judäer blieben David treu und geleiteten ihn nach Jerusalem.Die Freude der Rückkehr war mit Betrübniß gemischt. Eine
neue Spaltung war ausgebrochen, und ein neuer Bürgerkrieg stand
vor der Thür. In dieser traurigen Lage that David einen Schritt,der, je nachdem, als Klugheit oder Unbesonnenheit ansgelegt werdenkann. Joab war bei ihm, seitdem er erfahren, daß Absalom vonihm getödtet worden war, in Ungnade gefallen; er mochte ihm nichtmehr das Feldherrnamt lassen. Außerdem wollte er Amasa gegenüberWort halten, daß er ihn zum Feldherrn ernennen werde. Da erjetzt ans den Stamm Juda allein angewiesen war, fühlte er nochmehr die Notwendigkeit, Amasa in guter Stimmung zu erhalten,der auf die Judäer einen überwiegenden Einfluß hatte 2).
Hinter Joab's Rücken forderte David daher Amasa auf, denHeerbann des Stammes Juda innerhalb dreier Tage zu sammeln,um gegen den Empörer zu ziehen. — Die Frist war aber bereitsverstrichen und Amasa fehlte. David ward unruhig. Sollte Amasaihn getäuscht und mit den Empörern gemeinschaftliche Sache gemachthaben? Eile war,erforderlich, um Scheba's Anhang nicht anwachsenund ihm nicht Zeit zu lassen, sich in feste Städte zu werfen 2). Esblieb David also nichts übrig, als sich doch an die Söhne Zeruja's
eines höher» Alters als Juda oder der Erstgeburt rühmen? Vor scheintvielmehr ein Verbum zu fehlen rwn rrvi bezieht sich auf Vers 12,
daß die Zehnstämme zuerst dies Wort an David gerichtet, nur muß x!-i, wieöfter, fragend genommen werden, gleich
h Das. 20, 1 fg. ist nicht Baternamc, sondern bcnjaminitischer
Familienname von - 1:2 (Genesis 46, 21; fehlt in Numeri 26, 38 und schein-bar auch Chronik 1, 8, 1) su ist gleich 0 . S. 109, 278.
2) Vergl. 0 . S. 286.
st Samuel II, 20, 6. Statt des unverständlichen hat das Tar-
gum richtig d. h.