Die Rede der klugen Thekoerin.
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lebendig vorzuführen, daß ein Vater seinen eigenen Sohn wegen desnicht ganz ungerechtfertigten Mordes an seinem Bruder umbringenwollte. Die kluge Thekoerin begab sich in Folge dessen in Trauer-anzug zum König; als wenn sie ihn um Gerechtigkeit anflehenwollte, rief sie in klagendem Tone, sich tief verbeugend: „Hilfo König, hilf!"'). Als David sich nach ihrem Begehr erkundigte,erzählte sie ihm eine Fabel. Sie sei eine Wittwe und habe zweiSöhne, von denen der eine den andern bei einem Streite erschlagenhabe. Und nun verlangten sämmtliche Glieder der Familie ihresverstorbenen Gatten aus Blutrache das Leben des Brudermörders,wollten den Erben vernichten und ihrem Gatten keinen Nachfolgerlassen. David, welcher anfangs nicht merkte, daß er eine Fabelhörte, die sich auf ihn selbst bezog, beruhigte die klagende Thekoerinund versprach ihr oder ihrem Sohne Schutz. Darauf sprach sieweiter und bat den König um mehr Sicherheit für den bruder-mörderischen Sohn, bis sie den König dahin brachte, ihr bei Gottzu schwören^, daß dem angeschnldigteu Sohne von Seiten derBluträcher kein Haar gekrümmt werden sollte. Dann erbat sie sichvom König die Erlaubniß, noch eine Bemerkung zu machen, umihm anzudeuten, wo sie eigentlich hinaus wolle. Sie sprach sehrgeschickt mit feiner Wendung, ohne der Würde des Königs nahe zutreten und doch ihm die Sache nahe zu legen. „Wie magst Du
so etwas vom Volke Gottes denken! Und da der König diesesWort (Urtheil) einmal gesprochen hat, so ist er gewissermaßenschuldig, daß der König seinen Verstoßenen nicht zurückruft. Dennsterben müßten wir und wie Wasser zur Erde gegossen (verrinnen/,wenn Gott nicht die Lebenssecle erhöbeund Veranstaltungen ge-
h Sam. II, 14, 4; wo die griechische Version sachgemäß zweimal dasWort: <r-ü<ro,'! hat.
2) Schon Kimchi erklärt richtig das Wort das. V. 12, als „schwören",gleich in der Hiphel-Form.
s> Der ganze Passus das. V-13—14 ist von den Auslegern mißverstandenworden, r^ni-x Ls i-L n-ol-' bedeutet: „wie dürfte der König so
schlecht vom Volke Gottes denken, daß eine Familie aus Blutrache den letztenZweig eines blutsverwandten Hauses wird vertilgen wollen!" Folglich, wennder König zum Volke Gottes gehört, so darf er Absalom nicht vertilgen wollen." 12 : ist ein hypothetischer Satz: „wir müßten sterben, oder sterben
müßten wir" n. s. w. xi-i steht für L-srls:. „wenn Gott nicht die Seele erhebenwollte" und sogar Vorkehrungen getroffen hat, daß der N'IL, der Verirrte,