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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

troffen hätte, daß der Verirrte nicht ffiir immer) von ihm verstoßenbleibe." Dann wieder einlenkend und auf ihre Fabel zuriickkommend,sprach die Thekoerin: sie sei zum König gekommen, weil die Leuteihr Angst gemacht, und sie wünsche vom König Schutz gegen denMann, der ihren Sohn vom Erbe Gottes zu vertilgen gedächte.Das Wort des Königs genüge ihr indeß zur Beruhigung. Trotzdieser nachträglichen Ablenkung verstand der König doch die An-spielung auf seine eigenen Verhältnisse und verlangte von ihr eineaufrichtige Antwort, ob Joab nicht bei ihrer Vermummung undFabelei die Hand im Spiele habe. Als ihm die Thekoerin dieWahrheit gestand, ließ der König Joab rufen, versicherte ihm, daßer nunmehr nichts Böses gegen Absalom sänne, und trug ihm auf,ihn nach Jerusalem kommen zu lassen. Die feine, gewandte Rededes Weibes aus Thekoa hatte es ihm nahegelegt, daß die Blutrachegegen seinen eigenen Sohn ein Widerspruch wäre.

Joab selbst holte Absalom von Geschur ab und führte ihn nachJerusalem; aber hier durfte er. nicht vor seinem Vater erscheinen,sondern mußte wie ein Gebannter in seinem Hause bleiben. Joabhat damit, ohne es zu ahnen, die Zwietracht in David's Haus ge-bracht. Denn Absalom brütete Tag und Nacht in der Verein-samung der Ungnade über den verruchten Plan, seinen Vater zustürzen. Aber er wandte Verstellungskunst an, um ihn recht sicherzu machen. Dazu war vor Allem nöthig, daß äußerlich wenigstenseine Versöhnung stattfände. Joab sollte sie herbeiführen helfen;aber er mied Absalom geflissentlich. Dieser mußte zu einem sonder-baren Mittel greifen, um Joab zu einer Unterredung zu zwingen.Er ließ dessen Gerstenfeld, das an seinen Acker grenzte, durch seineSklaven niederbrcnnen. Darauf eilte Joab zum Prinzen, um sichzu beklagen, und damit hatte Absalom seinen Zweck erreicht. Erbenutzte dessen Anwesenheit, um ihm ans Herz zu legen, dem König,seinem Vater, zu schildern, wie ihn dessen Ungnade so unglücklichmachte, daß er den Tod vorziehen würde. Joab, dem es selbst umdie Aussöhnung des Sohnes mit dem Vater ernst war, muß den be-redten Anwalt für ihn gemacht haben. Denn David entschloß sich,nachdem er diesen Sohn zwei Jahre aus seiner Gegenwart ver-nicht verirrt bliebe. Und so wie Gott'den Verirrten anfnimmt, müßten auchdie Menschen einem Sünder verzeihen. Es ist eine tief-sittliche Anschauung,welche die Thekoerin entwickelt.