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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Saul's Hofhaltung.

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Wenn die Menschen an Hexen glauben, giebt es auch Hexen, sosehr auch mit Feuer und Schwert gegen sie gewüthet wird. Saulwar selbst nicht frei von dem Glauben an die Kunst der Todten-beschwörer, und sein nachdrückliches Verfolgungssystem gegen siesollte ihn lediglich als Eiferer für die Lehre erscheinen lassen, welchesolche Künste nicht geduldet wissen wollte. Der ihm grollendeProphet Samuel sollte ihm nicht den Vorwurf machen können, daßer nicht imWege Gottes" gewandelt sei. Selbstverständlich bauteSaul an verschiedenen Stellen Altäre, um seinen frommen Sinnoffen zu bekunden

Wenn Saul auf der einen Seite gewissermaßen um die Anhäng-lichkeit und Gunst des Volkes eifrig warb und sich durch seinennationalen und religiösen Uebereifer als strengen Vollstrecker dervon Gott gegebenen Gesetze bewähren wollte, so suchte er anderer-seits dem Volke eine demuthsvolle Scheu vor dem Königthum ein-zuflößen, den König als ein besonderes, höheres Wesen darzustellen,unnahbar für die Menge, durch äußeren Abglanz hervorstechend. Saulsetzte eine goldene Krone auf sein Haupt, die er auch im Kriegenicht ablegte2). Der goldene Reif sollte seine Hoheit und Ueberragungüber das Volk zu erkennen geben. Seine Zeitgenossen, welche ihnnoch als Ackersmann kannten und ihn als ihresgleichen zu behandelngeneigt wären, sollten seine Vergangenheit vergessen und sich darangewöhnen, zu ihm, als Gottgesalbten, der die heilige Krone trägt,staunend hinauf zu blicken. Wer sich dem König nahte, mußte sich vorihm mit dem Gesicht zur Erde niederwerfen. Schwert und Kronesollten seinem künftigen Nebenbuhler, den Samuel aufzustellen gedrohthatte, den Muth sinken machen, ihm gegenüber zu treten. Auchvon einem anderen Vorzüge des Königs, nach Anschauung jenerZeit, daß der König mehrere Weiber besitzen und einen Haremunterhalten müsse, machte er Gebrauch. Zu seiner ersten FrauAchinoam, die er noch in seinem Bauernstände heimgeführt hatte,nahm er noch mehrere^) und darunter die schöne, muthige Rizpa^j.

Seinen Hof umgab Saul mit einigem Glanz. Von der reichenBeute, die er den überwundenen Feinden und besonders den Ama-

y Sam. I, 14, 35.

Sam. II, 1, 10.

S) Folgt aus Samuel II, 12, 8.

»1 Das. 3, 7; 21, 8.