192 Geschichte der Juden.
lekitcrn abgenommen hatte, kam Reichthum in das verarmte Land.Wenn es Ziel der Staatsverbändc ist, durch gemeinschaftlichesWirken Wohlstand zu schaffen und zu verbreiten, so hat das König-thum von jeher dieses Ziel am besten gefördert, und Saul that eszu seiner Zeit für das israelitische Gemeinwesen. Die Wohlhabenheithatte so sehr zugenommen, daß die Töchter Jsrael's feines, weißesägyptisches Gewebe anzogen, es mit Purpurstreifen verzierten undgoldenen Schmuck dazu anlegten fi. Wenn die Töchter Jsrael's einensolchen Aufwand machen konnten, wie erst Saul's Frauen und seinebeiden Töchter Merab und Michal! Sie ahmten gewiß die
Tracht der Königstöchter jener Zeit nach, welche aus einem langenhimmelblauen Purpurgewand bestand 2). In den Fehden, die Saulanhaltend gegen die äußeren Feinde führte, in dem Eifer, den erzeigte, die fremden Elemente im Innern zu bannen und in derEntfaltung von Hoheit und Glanz, mit dem er sich umgab, mochteSaul das Drohwort sich aus dem Sinn geschlagen haben, welches ihmder Prophet so grell ins Ohr gerufen hatte. Allein ehe er sichsversah, stand das Wort als Gespenst vor seinen Augen, nahmFleisch und Seele an, schlich sich zu ihm in Gestalt eines schönenJünglings und bezauberte ihn selbst. Den Nebenbuhler, den erfürchtete, und den er unmöglich machen wollte, mußte er selbsthegen und Pflegen, ihn neben sich auf den Thron erheben und ihnzur Nebenbuhlerschaft gewissermaßen befördern. Das Verhängniß,das ihn ereilen sollte, mußte er selbst heraufbeschwören.
Saul hatte nämlich am häufigsten Reibungen mit den Philistern.Sie konnten es nicht verschmerzen, daß er sie besiegt und um dieObmacht über Israel und vielleicht auch über die Kanaaniter gebrachthatte. Wenn sie auch nicht große Kriege gegen Israel entfaltenkonnten, so machten sie doch öfter Streifzüge im Lande, plünderten dievollen Tennen zur Zeit der Ernte oder schleppten aus den benach-barten Dörfern und Städten Gefangene hinweg. Aber Saul zogdann jedesmal mit seiner Kerntruppe heran, verjagte und züchtigtesie. Eine gründliche und entschiedene Niederwerfung der Philister
p Samuel II, 1, 24. Das Wort v-üvv das. ist weder formell, nochetymologisch, noch endlich der poetischen Symmetrie nach zu erklären.Man muß also dafür lesen <der Wechsel von v und s kommt auch ander-
weitig vor: 2 LX — vvx>. Nun ist gleich dem griechischen or-wm-,, feinesGewebe aus Sind-Jndien oder ein ägyptischer feiner Stoff.
Das. 13, 18.