164
Geschichte der Juden.
Einzigen zuletzt zu selbstmörderischer Knechtschaft fuhren müsse.„Der König wird euch eure Söhne nehmen zur Gefolgschaft seiner„Würde, zum Ehrengeleite zu Roß oder als Vorrenner zu Fuß,„auch seine Aecker werden sie bestellen müssen und seinen Waffen-„ Vorrath anfertigen. Eure Töchter werden Leckerbissen für seine„Tafel bereiten müssen. Eure besten Felder wird er nehmen, um„sie seinen Söhnen zu geben, und vom Ertrag des Bodens wird„er den zehnten Theil nehmen, um damit seine Hofdiener und„Verschnittenen zu lohnen. Eure schönsten Sklaven, Sklavinnen„und Rinder wird er noch dazu nehmen und von euren Kleinvieh-„heerden wird er sich den zehnten Theil. geben lassen, und ihr Alle„werdet Sklaven sein. Dann werdet ihr vor Gott über euren„König klagen, aber Gott wird euch nicht erhören2)."
Aber so eindringlich auch Samuel's Warnung war, die Nette-sten blieben dabei, daß sie nur ein König von der Roth der Zeitbefreien könne.
Als zu den Drangsalen von den Ammonitern jenseit desJordan noch neue hinzukamen, welche die diesseitigen Stämme näheraugingen^), drangen auch diese auf Einsetzung eines Königs.
Taumel das. 8, 9—19. In Vers 14 muß wohl statt gelesen
werden da von den erst im folgenden Verse in Verbindung mit
die Rede ist.
2) Die Geschichtlichkeit der Warnungsrede Samuel's ist nicht anzuzweifeln.Denn das abschreckende Bild von Königthum kann nur vor David's Regierunggezeichnet worden sein. Später selbst unter den schlimmsten Königen Juda'swurde das Königthum von den Propheten niemals so gebrandmarkt, wennauch die Könige bitter getadelt wurden. Das Davidische Königthum wurdevielmehr von ihnen als ein von Gott eingesetztes und ihm wohlgefälligesInstitut respcctirt.
Es ist bereits darauf hingewiesen ch. S. 162), daß die Angriffe von Seitender Ammoniter die erste Veranlassung zur Forderung einer Königswahl ge-wesen sein müssen. In 9,16 dagegen ist angegeben, daß der zu wählende KönigIsrael von den Philistern befreien solle. Daraus geht hervor, daß die Invasionender Philister Veranlassung zur Wahl gegeben haben. Man braucht aber nichtdie Zuflucht zu zwei verschiedenen Relationen zu nehmen. Die erste Forderungkann recht gut in Folge der Animoniter-Fehden von den jenseitigen Stämmenausgegangen sein. Der Angriff der Philister hat dieser Forderung Nachdruck ge-geben, sie ist zugleich auch von den diesseitigen Stämmen ausgesprochen worden.Der neugewählte König hatte in der That zugleich gegen beide Völker-schaften zu kämpfen. Nur darf man die feindliche Haltung der Ammoniternicht mit dem Culminationspunkte beginnen lassen, mit der Bedrohung der Ein-