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Geschichte der Juden.
haben. Das zündende Wort, in dichterischer Form und in propheti-scher Vorschau vorgetragen, hat ohne Zweifel den musikalischenWeisen als Unterlage gedient. Beide vereint, haben auf die Zu-hörer eine so begeisternde Wirkung hervorgebracht, daß sie davonergriffen, in Verzückung geriethen und sich wie umgewandeltfühlten st. Diese Prophetenjünger, an deren Spitze Samuel stand,die von dem Geist Gottes getrieben waren, haben zur Umstimmungund Umwandelung des Volkes wesentlich beigetragen.
Noch ein anderer Umstand diente damals zur Erhebung desVolkes aus seiner Stumpfheit. Während der ganzen Dauer derRichterepoche hatte der Stamm Inda nicht den geringsten Antheilan den öffentlichen und geschichtlichen Vorgängen genommen. Indie Triften und Wüsteneien seines Gebiets entrückt, war er fürdie übrigen Stämme ,so gut wie gar nicht vorhanden. Das Lob-lied auf die Helden Barak und Debora nennt den Stamm Judagar nicht, weder lobend, noch tadelnd. Er hat unter dem NamenJakob in seiner Abgeschiedenheit eine eigne Existenz geführt, un-berührt von den Leiden und Freuden, von den Kämpfen und Siegender übrigen Stämme diesseits und jenseits. Unter Kenitern, Jdu-mäern und Jebusitern wohnend, mögen die Judäer auch ihre Kämpfegehabt haben; aber davon ist auch nicht eine schattenhafte Erinner-ung geblieben. Ihr Vasallenstamm Simeon theilte mit ihnen dieAbgeschiedenheit und die etwaigen Geschicke. Die Jebusiter, welchedie Gegend zwischen dem Gebirge Ephraim und dem Gebirge Judainne hatten, bildeten die Scheidewand zwischen diesen Stämmenund ihren nördlich wohnenden Brüdern. Erst die wiederholten
Angriffe der Philister auf das israelitische Gebiet, von denensie auch gelitten haben mögen, scheinen die beiden Stämme anfge-rüttelt und ans ihrer Zurückgezogenheit hinausgedrängt zu haben st.Um sich dieses hartnäckigen Feindes, der auch auf ihrenNacken das Joch der Knechtschaft hat legen wollen, zu erwehren,mögen die Judäer ihre Hand den Bruderstämmen entgegengestreckthaben. Die veränderte Stellung des Stammes Juda zu de»Nachbarn hat den Anschluß erst ermöglicht. Denn gerade in dieser Zeit,als Samuel die Augen des Volkes auf sich gezogen hatte, bestand
p Sam. das. und besonders 19, 19—24.
st Vergl. Note 7.