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Geschichte der Juden.
Gatten, die Gefangenschaft der Bundeslade und auch der plötzlicheTod ihres Schwiegervaters verkündet wurden. Diesem übermannen-den Schmerz erlag sie und nannte in der Todesstunde ihren Neu-gebornen J-Kabod: „Hin ist die Ehre Israels"!
Allerdings war für den Augenblick alle Ehre dahin. Die sieg-reichen Philister begnügten sich nicht mehr mit Beutezügen durchdas Land, sondern drangen von West nach Ost durch die ganzeBreite des Landes bis Schilo. Hier zerstörten sie mit der Stadtauch den Zelttempel, der noch ein Zeuge aus der gnadenreichenmosaischen Zeit war. Ein später lebender Dichter schilderte dieseUnglückszeit noch mit beklommenem Herzen:
„Er (Gott) verließ den Tempel Schilo's,
„Das Zelt, in dem Er unter Menschen weilte,
„Gab seine Zierde Mundeslade) der Gefangenschaft,
„Seinen Ruhm in die Hand des Feindes hin,
„Ueberlieferte dem Schrecken sein Volk„Und grollte seinem Erbe.
„Seine Jünglinge verkohlten im Feuer,
„Und seine Jungfrauen konnten nicht trauern,
„Seine Priester fielen dnrch's Schwert,
„Und seine Wittwcn weinten nicht p.
Die Kraft und der Muth des Volkes waren durch diese Nieder-lage völlig gebrochen. Gerade die Stämme, die bisher noch einiger-maßen den übrigen als Vorkämpfer dienten, waren gelähmt. DerStamm Ephraim hatte damals am meisten, wenn auch nicht unver-
p Psalm 78 V. 60—65. Die Schilderung des Unglücks in demselben ist zulebhaft, als daß er in eine sehr späte Zeit, etwa gar in die Makkabäerepocheversetzt werden könnte. Der Schluß desselben enthält einen Panegyrikus aufden Stamm Juda und die Davidische Dynastie und zugleich gegensätzlich einenscharfen Tadel gegen den Stamm Ephraim, d. h. das Zehnstämme-Reich. DerPf. setzt also das Vorhandensein beider Reiche voraus. Außerdem reflcktirtV. 69 noch den Bestand des Salomonischen Tempels mit der Hinzufügung, daßer gleich der Erde festbegründet ist, d. h. nimmer untergehen würde. Wennauch ähnliche historische Psalmen aus der Exilszeit stammen mögen, diesermuß älter sein, vielleicht aus der Zeit Pekach's, als das Haus David's ge-stürzt werden sollte, und eine Partei in Jerusalem selbst die Hand dazu bot.Jedenfalls ist der hier geschilderte Untergang Schilo's und des Zelttempelshistorisch. Die Zerstörung Schilo's ist auch in Jeremia 7,12 vorausgesetzt undcitirt 26, 6. Uebrigens muß in diesem Ps. Vers 63 activ genommen
werden, entsprechend dem Parallel-Gliede in folgendem Vers so richtig
griechisch: