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Geschichte der Juden.
Gott zu lösen, der ihm Sieg gegen die Ammoniter verliehen. Nurbat sie sich zwei Monate aus, um mit ihren Freundinnen auf denBergen Gileads ihre Jungfräulichkeit zu beweinen. Nach Verlaufder begehrten Frist vollzog der Vater sein leichtsinniges Gelübde.Der Erzähler aber hat mit gewandter Kunst einen verhüllendenSchleier um den Ausgang dieser tragischen Geschichte gezogen undes ungewiß gelassen, ob Jephtah seine Tochter wirklich geopfertoder sie nur in lebenslänglichem Jungfrauenstande gelassen hat.Die gileaditischen Mädchen pflegten alljährlich auf den Bergeneinen Trauergesang anzustimmen. Diese Trauer soll der TochterJephtah's gegolten haben.
Während der Held von Gilead die Ammoniter kriegerisch be-siegte, schlug sich der diesseitige Held Simson mit den Philisternherum. Simson aus dem Stamm Dan war ein Wildling, dertollkühn und todesverachtend den Gefahren geradezu eutgegenliefund nur den Eingebungen seines stürmischen Innern folgte. Seinlang herabfallendes Haupthaar', das nie geschoren wurde, verliehihm ein wildes Aussehen und erschreckte die Feinde vor seinem An-blick. Er wird zwar als so handfest und kräftig geschildert, daß er,obwohl nicht von riesiger Körpergestalt, im Stande gewesen sei,dicke Stricke wie Wergfäden zu zerreißen, einen Löwen mit derHand zu erlegen, die Thorflügel von Gaza bis auf die Spitze desBerges von Hebron, eine Strecke von mehr denn zwölf Wegestunden,zu tragen und durch Rütteln an den Säulen eines geräumigenTempels diesen wankend zu machen. Aber seine Stärke laglediglich in seinem lang gewachsenen Haare. So lange erdieses hatte, fürchteten sich die Feinde, ihm nahe zu kommen.Seine Feinde, denen er arg mitspielte, waren die seines Volkes,die Philister, welche von ihren Städten längs der Meeresküste öfterEinfälle in das Land Israel machten. Ganz besonders litt derStamm Dan, dessen unmittelbare Greuznachbarn die Philister waren,durch deren Gewaltthätigkeiten. Sie mißgönnten ihm den Besitzdes Küstenstriches bei Joppe, der früher ihnen gehört hatte. Danfühlte die Schmach der Unterjochung, vermochte aber, allein gelassen,nichts Nachhaltiges zu unternehmen. Der Stammverband unterstütztenicht einmal Simson, vereinigte sich nicht mit ihm zu kriegerischenAngriffen, wie die Gileaditen mit Jephtah. Die Judäer fürchteten