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Geschichte der Juden.
Söhne und Töchter ihnen nicht vorenthalten. Als diese Unter-jochung mehrere Jahre sacht) gedauert hatte, ermannte sich Othniel,Sohn des Kenas, der jüngere Bruder und Schwiegersohn des Kaleb,des thätigen Eroberers des Gebietes von Hebron. Er sammelteeine Schaar muthiger Männer, zog zum Kampfe aus und besiegteKhuschan und seine Raubschaaren. Othniel war der erste Volks-retter. Seine Hcldenthat reichte allerdings nicht weit, er befreitelediglich die zwei Südstämme vom Joche; auf die übrigen Stämmehatte fein Sieg nicht den geringsten Einfluß, kaum drang die Kundevon feiner That über das Gebirge Juda hinüber. Aber für diezwei Stämme war sie von großem Erfolge. Sie blieben lange Zeitunangefochten von ihren schlimmen Nachbarn. Es läßt sich denken,daß Othniel durch seinen Heldenmuth ein beliebter Volksmann ge-worden ist. Doch ist von ihm weiter nichts bekannt als sein Siegüber Khuschan.
Eine Zeitlang später (es heißt vierzig Jahre) wurden wiederandere Stämme von einem anderen Volke unterjocht, von denMoabitern. Diese konnten es nicht verschmerzen, daß sich zweiStämme in ihrer Nähe angesiedelt hatten, und sie lebten in steterFurcht, sie könnten von denselben ihres Landes beraubt werden.Ein kräftiger König Eglon damals an ihrer Spitze, griff die noma-disierenden Stämme Gad und Reuben an, welche einem kräftigenAngriff nicht Widerstand leisten konnten und daher in Abhängigkeitgeriethen. Eglon begnügte sich aber nicht mit der Unterjochung derjenseitigen Stämme, sondern überschritt den Jordan, um auch diediesseitigen mit Krieg zu überziehen. Weil er aber bei diesen einegrößere Widerstandskraft und Gegenwehr fürchtete, verbündete ersich mit den zwei erbittertsten Feinden der Israeliten, mit denAmmonitern und Amalekitern. Beim Ueberschreiten des Jordansstießen die Verbündeten zunächst auf die Stämme Benjamin undEphraim. Diese scheinen sich zur Wehr gesetzt zu haben. Unterden Benjamiten gab es geschickte Schleuderen, die auch mit derlinken Hand Steine gegen die Feinde zu schleudern vermochten, ohnezu fehlen i). Aber auch sie unterlagen der Ueberzahl der Feinde,weil die übrigen Stämme sie im Stiche ließen. Auch sie wurdenunterjocht und wurden von den Siegern mit Schmach behandelt.
i) Richter 20, 16; Chronik I, 12, 2.