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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

zur Zeit der Noth rechnen konnte, waren sie sümmtlich darauf an-gewiesen, sich mit den benachbarten heidnischen Stämmen ans gutenFuß zu setzen, sich mit ihnen zu verschwägern, sich an deren götzen-dienerischem Wesen zu betheiligen und ihre Sitten und Unsittenanzunehmen. Die Entfremdung im Innern war eine Folge deräußeren Zersplitterung. Aber selbst die sich selbstverleugnendeSchmiegsamkeit war nicht im Stande, behagliche Ruhe und erträg-liche Selbstständigkeit herbeizuführen.

Die feindlichen Nachbarn, sobald sie sich mächtig fühlten, ließendie Israeliten stets empfinden, daß sie nur als Eindringlingeangesehen wurden, deren Vernichtung oder wenigstens Demüthigungsie als Ziel verfolgten. Es traten, bald nachdem Josua die Augengeschlossen hatte, traurige Zeiten ein. Ein Stamm nach dem andernwurde angegriffen, geschädigt, gedemüthigt und bis zur Knechtungerniedrigt. Es traten allerdings, wenn die Noth am höchsten war,Männer voll Eifer und Muth vor den Riß und verrichtetenHeldenthaten. Diese Helden oder Volksretter (Sobot'tim) oderRichter (wie sie gewöhnlich genannt werden), vereinigten wohlin der Zeit der Drangsale einige Stämme zu gemeinsamem Handeln.Aber das ganze Volk zusammenzubringen vermochten sie nicht, undnicht einmal die für die Zeit der Gefahr geeinigten Stämme zu-sammenzuhalten, überhaupt eine dauernde Ordnung zu schaffen, da-durch die feindlichen Nachbarn in die Schranken zu weisen und sieunschädlich zu machen. Noch weniger waren diese Volksretter undzeitweiligen Führer im Stande, das fremde Unwesen des Götzen-dienstes und der Unsittlichkeit zu bannen und für die ureigeneLehre Anhänger zu werben, weil sie selbst von den Verkehrtheitenangesteckt waren und von der sinaitischen Lehre nur eine dunkleKunde hatten.