Der Cultus zu Schilo.
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verrichtet wurden fl. Die Bundeslade mit den darin aufbewahrtensteinernen Tafeln wurde nicht wegen ihres belehrenden Inhalteshochgeachtet, sondern als ein Zaubermittel angesehen, das im Standesei, die Feinde zu überwältigen fl. Die Nachfolger Ahrons wurdennicht befragt, welchen Weg das Volk gehen sollte, sondern welchenAusgang eine Unternehmung haben werde. Mit einem besonderenGewände (Ephod) und dem Brustschild bekleidet, worin Urimund Thumim lagen, sollte der Hohepriester bei wichtigen Unter-nehmungen durch Ja oder Nein den Ausschlag geben und die Zukunftverkünden 3), wie die Teraphim oder die Bauchredner. Nach derErnte, zur Zeit der Weinlese pflegten die zunächst wohnendenIsraeliten sich in Schilo zu versammeln und auch ihre Frauen,Söhne und Töchter mitznbringenfl. Es war ein alljährlich wieder-kehrendes Volksfest (6bax), das schon auf israelitischer Unterlageberuhte, indem auch das weibliche Geschlecht des Heiligthnms unddes öffentlichen Gottesdienstes theilhaftig sein sollte. Wie wurdedieses Fest begangen? Die Besucher des Heiligthums warfen sichvor dem Altar nieder, um in stummer Haltung ihre Verehrung zubekunden. Jeder Familienvater brachte ein Opfer, gab den Priesterneinzelne Theile davon und verzehrte das Uebrige im Familienkreise,von dem jedoch nur Reine, diejenigen, welche körperlich nicht beflecktwaren und einen Leichnam nicht berührt hatten, genießen durften.Junge Mädchen pflegten bei dieser Gelegenheit auf ebenem Planbei Schilo zwischen den Weinbergen zu tanzen. Von einem inner-lichen Gottesdienst findet sich in dieser Zeit keine Spur. DerHauch der Poesie hatte den Raum des Zelttempels noch nichtdurchweht.
So zog ein Uebelstand den andern nach sich. Die Selbstsuchtder Ephraimiten hatte auch die übrigen Stämme genöthigt, nuran sich zu denken, und so hatte sich der volksthümliche Zusammen-hang gelockert. Diese Selbstsucht machte eine Gesammtführerschaftzur Unmöglichkeit. Weil kein Stamm auf den Beistand der übrigen
Samuel I, 1, 3 fg.
Richter 20, 27. Hier sind die Worte vnn wohl zu beachten:
damals, zur Zeit des Krieges war die Bundeslade in Bethel, sonst in Schilo.Vergl. noch Samuel I, 4, 3—4; 14, 18. II, 11, 11 und andere Stellen.
Richter das. Samuel I, 2, 28; 11, 41; 22, 18 und 28, 6, und öfter.
^ Richter 21, 19. Samuel I, 1, 3 fg.