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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Religiöse und sittliche Trübung. 103

Jeruboschet, Jschbaal oder Jschboschet, Meribaal oderMeriboschet').

Ebenso wie das geläuterte Gottesbewußtsein wurde die Sittlichkeitder Israeliten durch den Anschluß an die Nachbarn getrübt. Eswerden Züge von Rohheit erzählt, die Zeugniß dafür ablegen. Eswar ein Akt der Gewaltthätigkeit, als die auswandernden Danitenim Vorbeigehen ein Götzenbild, auf welches ein Ephraimite eineSumme Geldes verwendet hatte, ohne weiteres offen mit sich nahmenund fammt dem Priester Jonathan sich aneigneten. Eine nochschandbarere Handlung fiel in der benjaminitischen Stadt Gibeavor. Genau ist der Vorgang zwar nicht überliefert, aber dieSchandthat muß so empörend gewesen sein, daß sie als ab-schreckendes Beispiel der Unmenschlichkeit noch in späterer Zeit inErinnerung geblieben ist^).

Die alten Erinnerungen an die wunderbaren Vorgänge inAegypten, in der Wüste und beim Einzug in das Land waren zwarnicht vergessen und bildeten das unsichtbare Band, welches dieStämme in ihrer Getrenntheit und trotz ihrer Theilnahme an demGötzendienst umschlang. Der Vater erzählte sie dem Sohne unddieser überlieferte sie weiter. In Drangsalszeiten klammerten sichEinzelne oder Stämme an diese Erinnerungen:Wo sind dieWunder Gottes, von denen uns unsere Väter erzählt haben, daßer uns aus Aegypten in dieses Land gebracht hat?") Der Vor-gang am flammenden Sinai:als die Erde erschüttert wurde undBerge zerflossen vor dem Herrn und der Sinai vor dem GotteIsraels," blieb in den Gemüthern derer, welche nicht der stumpfenMenge angehört hatten, stets lebendig^). Es fehlte auch nicht anwarnenden Stimmen, welche auf jene Gnadenzeit hinwiesen unddas götzendienerische Leben mit scharfem Tone rügten. Höchstwahrscheinlich waren es Leviten, die Hüter der Bnndestafeln unddes Gesetzes, die Diener des Heiligthnms in Schilo, welche vonZeit zu Zeit bei passenden Anlässen und namentlich in Unglückszeitenin Volksversammlungen ihre Stimme gegen das verkehrte Treiben

y Richter 6, 32 fg. vergl. mit Samuel II, 11, 21; das. II, 2, 8 fg., mitChronik I, 9, 39; Sam. 9, 6 fg. mit Chronik das. 9, 40.

2> Hosea 9, 9; 10, 9. Vergl. darüber weiter unten Kap. 10.

2) Richter 6, 13.

Das. 5, 5.